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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Thomas Nahrendorf: Die ersten sieben Tage

240410 NahrendorfAuf einem guten Weg ist auch Thomas Nahrendorf. Er startet für die Redaktion und probiert es mit einem Stoffwechselprogramm. Hier seine Erfahrungen der letzten sieben Tage:


„Haben Sie schon mal eine Diät gemacht oder versucht ihre Ernährung umzustellen? Ja? Ist es Ihnen auch so gegangenen wie mir? 98 Prozent des Lebens drehen sich ums Essen. Plötzlich laufen im Fernsehen nur noch Werbespots, in denen Köstlichkeiten angepriesen werden. Steaks, Roster, Hähnchen, Mc Donalds, Bürger King, Eintöpfe. Alles lecker. Plötzlich essen die Herren Kommissare im Polizeiruf beinahe 90 Minuten lang. Auf jedem Sender kommt eine Kochshow, in Serien wird gegessen. Selbst in Trickfilmen. Ich schaue jetzt nur noch Nachrichten. Da isst keiner. Denn: Selbst die eigenen Kollegen kauen einem in der Redaktion etwas vor. Einer unserer Redakteure hat immer eine Tafel Schokolade aufm Tisch liegen. Und ich? Ich ernähre mich gesund.


Metabolic Balance heißen meine zwei Zauberwörter. Essen, satt werden und trotzdem abnehmen. Alles richtig, alles super. Aber was ich da esse. Jedes Kaninchen hätte den Kanal längst voll, würde es so viele Möhren in sich reinstopfen, wie ich das mache. Aber es funktioniert. Die ersten Kilo sind runter. Vier Phasen hat mein Programm, aufgestellt nach meinen Blutwerten und persönlichen Körperdaten, auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen. Phase 1: Entschlacken – zwei Tage. Phase 2: Strenge Umstellung – 14 Tage. Phase 3: Gelockerte Umstellung – 14 Tage. Phase 4: Halten des Gewichts – auf immer und ewig.


Letzten Samstag ging es los. 1,3 Kilo Obst und Gemüse verteilt auf drei Mahlzeiten. Nach dem Ende der Mahlzeit müssen immer fünf Stunden liegen. Dazu über den Tag verteilt vier (!) Liter reines Wasser trinken. Ich verspreche Ihnen: Das wirkt. Der Darm wird sauber. Sie werden irgendwie nicht satt. Aber es hilft. Neun bis zehn Toilettengänge sind es täglich. Nun gut, den ersten Tag habe ich irgendwie überstanden. Mies gelaunt am Abend zwar, aber ich habe durchgehalten. Obwohl beim DSDS-Finale meine Kumpels so einiges verputzt haben. Wenn mir einer ein Huhn hingehalten hätte, ich hätte reingebissen.


Seit Sonntag, und da bin ich ganz ehrlich, geht es. Der Hunger hält sich an Grenzen, das ewige Wasser getrinke passt. Böse gemeint, könnte man sagen: Der menschliche Körper gewöhnt sich wirklich an alles. Seit Montag kann ich „normal“ essen. Damit Sie mal einen Eindruck meines Darbens bekommen, hier ist mein Speiseplan: Früh 100 Gramm Putenbrust, dazu 115 Gramm Gemüse und zwei Scheiben reines Roggenvollkornbrot. Mittag 140 Gramm Geflügel, 155 Gramm Gemüse und dazu noch zwei verschiedene Sorten Obst, wobei zwingend ein Apfel vorgesehen ist. Abend 105 Gramm Bohnen und dazu 145 Gramm Gemüse. Damit das nicht zu trocken wirkt, darf ich noch zwei Scheiben Roggenknäckebrot zu a 25 Gramm essen. Übrigens: Gemüse nur roh oder gedünstet, die Bohnen dürfen gekocht werden. Nein, ich will kein Mitleid von Ihnen. Ich wollte es doch so.“  va

 

2010-04-23




Kommentar zu Thomas Nahrendorf: Die ersten sieben Tage?

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