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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Neoplan Plauen: Millioneninvestition und Jobgarantie
Plauen – Endlich auch mal gute Nachrichten aus dem gebeutelten Vogtland: Betriebsrat, IG Metall und die MAN-Konzernleitung haben sich auf einen „Zukunftstarifvertrag“ für den Plauener Busbauer Neoplan geeinigt – mit Jobgarantie und zugesagter 18 Millionen Euro-Investition.
Trotz Verlagerung der Busgerippe-Produktion nach Polen werden betriebsbedingte Kündigungen für die derzeit 370 unbefristeten Arbeitskräfte bis 2016 ausgeschlossen, heißt es in der am Freitag in München unterzeichneten und am Montag bei einer Pressekonferenz von Neoplan-Geschäftsführer Achim Knabe und IG-Metall-Bevollmächtigten Stefan Kademann vorgestellten Vereinbarung. Die rund 70 befristete Arbeitsverträge würden mindestens bis zum 31. Mai 2011 verlängert. „Damit haben wir nach einem halben Jahr zäher aber fairer Verhandlungen eines unserer wichtigsten Ziele erreicht“, sagte Betriebsrat Frank Hilpert. In den nächsten Jahren würden hinzu die Löhne und Gehälter steigen und es gebe mehr Urlaub. Alle Lehrlinge mit erfolgreicher Abschlussprüfung seien für mindestens ein Jahr zu übernehmen. Keinen Schutz gibt es indes für die Leiharbeiter – laut Hilpert sind das derzeit 25, diese Zahl lag bei Neoplan auch schon mal bei 180.
Möglich werde dies durch einen Umbau der Produktion im Plauen, für die in den kommenden sechs Jahren insgesamt 18 Millionen Euro fließen sollen. Plauen, das gegenwärtig Neoplan-Kompetenzzentrum für Rohbauten ist, werde MAN-Kompetenzzentrum für die Oberflächenbehandlung. Da es dabei um die End-Farbgebung der Busse gehe, stünde dieses Zentrum nicht im Widerspruch zu der mit einer fehlenden Tauchlackierungsanlage begründeten Verlagerung der Busgerippe-Produktion, die 2012 wirksam werde. Eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut sei laut Knabe immer noch im Fokus, aber auch andere Partner wie Hochschulen würden gesucht. Auf dem Betriebsgelände – ohne das der angemieteten Gardine-Halle – würden die Produktionsabläufe gestrafft und umstrukturiert. Um- und Anbauten seien geplant, derzeit werde aber erst an konkreten Plänen gearbeitet. „Und wir hoffen auf eine großzügige Förderung durch den Freistaat“, sagte Knabe.
Erweitert wird auch ab 2012 die Reisebus-Palette um einen neues Überland-Fahrzeug. „Womit wir den Verlust des Rohbaus mehr als ausgeglichen sehen“, so Knabe. „Hinzu hoffen wir auf die nächsten 200 Busse für die Berliner Verkehrsbetriebe, für die wir ja bereits schon 400 Doppeldecker geliefert haben.“ Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) zeigte sich erleichtert über die ausgehandelte Lösung. MAN setze „ein klares Signal für Neoplan als deutsche Premiummarke, und für die Menschen im Vogtland. Diesem Beispiel sollten andere Konzernmütter folgen.“ Der Produktionsvorstand von MAN Nutzfahrzeuge, Lars Wrebo, sprach von einem „zukunftsfähigen“ Plauener Werk und versicherte zugleich: „Der Standort stand niemals in Frage.“ Gegenwärtig verlassen jährlich 380 Busse das Neoplan-Werk, das deutschlandweit noch das einzige ist. M. T.
2010-07-05
Kommentar zu Neoplan Plauen: Millioneninvestition und Jobgarantie?
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