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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Runde frei für Debatte um Fassade
Umbau, Wiederaufbau oder Neubau. Alle guten Dinge sind auch bei der geplanten Neugestaltung der Fassade des Plauener Rathauses drei. Architekt Silvio Lux wird diese drei Möglichkeiten Donnerstagabend im Rathaus der Öffentlichkeit vorstellen.
Damit soll der Startschuss für eine Debatte fallen.
Von Martin Reißmann
Plauen - Es ist eines der markantesten Bauwerke in der Stadt Plauen: Die Fassade des Rathauses. Sie soll nach fast 40 Jahren endlich saniert werden. Im Baustil erinnert die Glasfront unweigerlich an den "blauen Klotz" am Oberen Bahnhof und eines haben beide Gebäude auch gemeinsam. Bei der Beliebtheitsskala vieler Plauener tauchen sie eher im hinteren Feld auf. Aber dies könnte sich zumindest für das Erste Haus der Stadt womöglich bald ändern.
Donnerstagabend lädt die Stadtverwaltung an den Ort des Geschehens ein. Im Großen Ratssaal des Rathauses, direkt hinter der maroden Glaswand, wird der Plauener Architekt Silvio Lux der Öffentlichkeit drei Möglichkeiten für eine neue Rathausfassade vorstellen. Seit Oktober hat sein Büro an den grundsätzlichen Denkweisen, wie er die Vorschläge nennt, gearbeitet. "Wir stellen nicht das Endergebnis vor, sondern ein Zwischenergebnis", sagt Lux dem Vogtland-Anzeiger vorab.
Bei der öffentlichen Informationsveranstaltung, zu der auch Vereine und Institutionen aus der Stadt direkt eingeladen wurden, soll die Grundlage für eine breite Debatte unter den Plauenern zu der Fassaden-Sanierung gelegt werden. In diesem Jahr soll auch noch ein Architekturwettbewerb dazu gestartet werden. Die Frage ist: "In welche Richtung wollen wir gehen", meint Lux.
Zu den drei möglichen Wegen gehört ein Umbau der Glasfassade mit Erweiterungen, ein vollständiger Abriss und Neubau der Rathausansicht oder ein Wiederaufbau des historischen Rathauses aus den 1920er Jahren. Möglich sei auch eine Mischung aus allen drei Lösungen, so Lux. Am kostenintensivsten wäre ein Nachbau der einstigen Fassade für schätzungsweise einen oberen einstelligen Millionenbetrag. Für den Neubau müsste mindestens ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag und für den Umbau ein unterer einstelliger Millionenbetrag geplant werden, meint der Plauener Architekt.
Wie denken die Plauener über die Neugestaltung? Der Vogtland-Anzeiger fragte dies bereits im August einmal mit einer einwöchigen Telefonumfrage, an der sich mehr als 450 Leser beteiligt hatten. Das Ergebnis war eindeutig. Mehr als 90 Prozent der Anrufer sprachen sich im Voting damals für eine Anlehnung an die Historie des Gebäudes an. Für eine moderne Gestaltung aus Glas entschieden sich lediglich knapp zehn Prozent.
Das Architekturbüro Lux hat bei der Aufarbeitung der Baupläne, die unter anderem aus dem Stadtarchiv kommen, auch Kontakt nach Tschechien aufgenommen. Doch die Spuren zu den damaligen Planern verlieren sich im Sand. Lux habe die unterschiedlichsten Recherchen betrieben und mit zahlreichen Leuten gesprochen. Allerdings liegen die Hintergründe, die in den 1970er Jahren zu dem Bau der Glasfassade geführt haben, nach wie vor im Dunkeln, sagt Lux. Er hofft, dass heute Abend im Rathaus Experten von damals vielleicht mit anwesend sind und ihm etwas zu den damaligen Entwicklungen sagen können. "Ich brauche noch Informationen, ob es eine Diskussion gab."
2012-01-05
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