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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Pausaer Kneiper geht ein Licht auf
Pausa – Gastwirt Jörg Fischer ist ein Licht aufgegangen – in der Dunkelheit: Der Chef des „Grünen Tals“ in Pausa schickt seine Gäste mit Laternen durch die Dunkelheit nach Hause. Die Idee ist ihm gekommen, nachdem die Stadt Pausa beschlossen hatte, die Straßenlaternen 23.30 bis 4 Uhr abzuschalten, außer in der Nacht zu Sonntag.
Das städtische Stromsparen ist Reaktion auf ein 500 000-Euro-Loch im Haushalt der Stadt. Mit seiner Kämmerin Andrea Just hat Bürgermeister Jonny Ansorge den Haushalt durchforstet, wo man sparen kann: 650 Positionen werden gekürzt oder gestrichen.
Als größte Positionen nennt Ansorge Einsparungen von 154 000 Euro bei den Personalkosten – keine Neueinstellungen, keine Zivis, Vorziehen von Altersteilzeit. „Ein Restrisiko bleibt, ob sich alles so durchziehen lässt“, sagt Ansorge, nach dessen Angaben bei der Unterhaltung von Grundstücken und Anlagen 52 0000 Euro gespart werden sollen und bei Straßen 24 000 Euro. Weitere Positionen sind 14 000 Euro bei der Verwaltung („zum Beispiel keine neuen Computer“) und 12 700 Euro beim Freibad – die Anlage zur Entmaganisierung muss warten.
Ansorges Angaben zufolge werden alle Investitionen der Stadt storniert – außer die Schulsanierung. „Wir reduzieren den Vermögenshaushalt um 187 000 Euro und den Verwaltungshaushalt um 323 800.“
Kaum hat Ansorge das Haushaltsloch mit Ach und Krach geschlossen, tut sich ein neues auf: Pausa drohen Steuerausfälle von 250 000 Euro. „Ich weiß nicht, wie ich das nun geforderte Geld aus dem Rumpfhaushalt aufbringen kann“, sagte Ansorge in der jüngsten Ratssitzung. Auch Oelsnitz, Netzschkau und Plauen hätten solche Probleme.
In Pausa werden die Maßnahmen kontrovers diskutiert, wie die Kommune Geld sparen kann. Die CDU unterstützt die Linie des Bürgermeisters. Wenn nicht gespart würde, müsste Pausa in die Haushaltkonsolidierung gehen – das sei wie eine Privatinsolvenz. Und dann kämen harte Zeiten auf die Stadt zu, wie die CDU mitteilt: Grundsteuer rauf, Hundesteuer rauf, Straßenausbaubeiträge rückwirkend bis 1994, Reduzierung freiwilliger Leistungen der Stadt . . .
„Übrigens ist die Abschaltung der Straßenbeleuchtung keine Erfindung von uns Pausaern, sondern in vielen Gemeinden sowohl der neuen als auch der alten Bundesländer an der Tagesordnung“, sagt Pausas CDU-Chef Thomas Weihermüller. Nach seinen Angaben kann Pausa auf diese Weise 6000 Euro im Jahr sparen.
Jörg Fischer, der Wirt vom „Grünen Tal“ stand eines Abends selbst im Dunkeln – und sah die Hand vor Augen nicht. Wie geht es erst meinen Gästen?, fragte er sich. Nicht jeder habe eine Taschenlampe dabei – und so bietet er Laternen für den Nachhauseweg an. „Die Laternen hatte ich noch“, so der Gastwirt. Es fehlten nur noch ein Stock, eine Kette und Teelichter sowie etwas Bastelarbeit und schon war der neue Lichtservice fertig. j.st./schin/ufa
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