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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Auf einem Blick
Plauen baut sich ein neues Rathaus
Das Rathaus der Stadt Plauen soll einen neuen Eingangsbereich bekommen. Die Glasfassade aus dem Jahr 1976 muss dringend saniert werden. Der Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am 8. Mai für einen Neubau ausgesprochen. Nun wird ein Architekturwettbewerb vorbereitet. Der Plauener Architekt Silvio Lux legte mit der Erarbeitung eines Konzeptes für die Sanierung die Grundlage für den Wettbewerb. Über mehrere Monate ist in Plauen über die drei Denkrichtungen Neubau, Umbau und Nachbau diskutiert worden.
Stadtrat entscheidet für Rathaus-Neubau
Plauen - Nach der langen öffentlichen Debatte und Meinungsbildung haben sich die Stadträte von Plauen in ihrer Sitzung gestern mit einer großen Mehrheit für einen Neubau des Rathauses ausgesprochen (31 Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen). Lediglich die beiden Stadträte Dieter Blechschmidt (CDU) und Ronny Hagen (NPD) stimmten dagegen.
Der Vorschlag der CDU-Fraktion, einen Bürgerentscheid zu starten, wurde mehrheitlich abgelehnt. Gegen den Antrag seiner Partei sprach sich CDU-Stadtrat Helko Grimm öffentlich aus. Ein Bürgerentscheid müsse aus der Mitte der Bürgerschaft kommen und nicht aus einer Fraktion, meinte Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Rappenhöner. Linken-Chefin Claudia Hänsel sagte, es müsste ein Kompromiss gefunden werden. "Eingänge zum Kaninchenbau" wie 1922 sollten es nicht mehr werden, so Hänsel. Auch die SPD votierte klar für ein neuzeitliches Gebäude. Ein Nachbau passe nicht mehr in die Zeit. "Das Plauener Rathaus ist nicht die Frauenkirche in Dresden", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Maria Kett. Er brachte die Idee ins Spiel, die Rathausfassade könnte an die Ereignisse am 7. Oktober 1989 erinnern. "Das wäre etwas Einmaliges."
Mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrates ist der Weg für einen Architektenwettbewerb frei. Die Aufgabenstellung dafür will Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) in der nächsten Stadtratssitzung vorstellen. Im Herbst sollen dann die Finalisten daraus feststehen, die erneut in die öffentliche Debatte gegeben werden.
Artikel chronologisch zu diesem Thema:
> "Aquarium" gehört bald Vergangenheit an (18.11.2011)
> Plauener können bei Rathaus-Sanierung mitreden (27.12.2011)
> Runde frei für Debatte um Fassade (05.01.2012)
> Großes Interesse an Rathaus-Sanierung (06.01.2012)
> Glasbau am Plauener Rathaus der DDR-Zeit geschuldet (06.01.2012)
> Architekten sind für Rathaus-Neubau (21.01.2012)
> Bundes Deutscher Baumeister: Votum für Neubau (23.02.2012)
> Rathaus-Sanierung: Neubau schwer vorstellbar (25.02.2012)
> Vor Entscheidung im Stadtrat: Podiumsdiskussion im Capitol (05.03.2012)
> Großes Interesse an Podiums-Diskussion (16.03.2012)
> Rathaus-Sanierung: Neubau hängt Nachbau ab (16.03.2012)
> Plauener Stadtrat trifft Entscheidung zur Rathausfassade (08.05.2012)
> Stadtrat entscheidet für Rathaus-Neubau (09.05.2012)
Die drei Denkrichtungen:
| ![]() | ![]() | |||
Nachbau | Umbau | Neubau | |||
Alle bestehenden Fassadenteile müssten abgebrochen und eine neue Träger-konstruktion gebaut werden. Herstellung neuer Wände, Fassaden und Dachflächen. Kosten: Etwa im oberen einstelligen bis zweistelligen Euro-Millionenbereich. | Die Stahlträger- konstruktion kann beibehalten werden. Erneuert werden müsste die gesamte Fassade. Umbau des Eingangsbereiches zur Herstellung der Behindertengerechtigkeit. Kosten: Etwa im unteren einstelligen Euro-Millionenbereich wird geschätzt. | Abbruch der Fassade, der Wand- und Geschossdecken sowie der Ausbauelemente. Neubau einer Trägerkonstruktion. Gegebenenfalls Entkernung und Modernisierung bestehender Geschossbereiche. Kosten: Mittlerer einstelliger Euro-Millionenbereich. |
Podiumsdiskussion im Capitol Plauen
Großes Kino: Umbau, Nachbau oder Neubau – die Meinungen zur Gestaltung der künftigen Rathaus-Fassade prallten aufeinander bei der Podiumsdiskussion des Vogtland-Anzeigers im Capitol Plauen am 15. März 2012. Einig waren sich (fast) alle: Einen Umbau soll es nicht geben. Die meisten Besucher sprachen sich damals für einen Neubau aus.
Das Rathaus Plauen - Ein Rückblick
Der Vogtland-Anzeiger berichtet regelmäßig über die Entwicklung zu diesem Thema. Leserbriefe und Meinungen schicken Sie bitte an:
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Kommentare
Kommentar von _Toni am 07.02.2012; 09:49:45 Uhr
Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses
Ich bin für einen Nachbau der alten Fassade, so wie sie vor der Zerstörung aussah!Die Aktuelle kann kein Mensch mehr ansehen und die Futuristische Version ist Zwar schön, aber ich finde, dem Stadtbild entsprechend sollte ma die "alte" Fassade wieder nachbauen.
Grüße
Toni
Kommentar von _ECE am 11.02.2012; 10:01:29 Uhr
Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses
@Ex_Plauener: Es gab einen Bürgerentscheid zur Stadtgalerie! Mehr Mitbestimmung ging ja wohl kaum. Aber da warst du vielleicht schon "Ex".Kommentar von _Lutz Donnerhack am 23.02.2012; 22:31:31 Uhr
Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses
Liebe Plauener, Ich kann mich für keinen der drei gezeigten Vorschläge so recht erwärmen, da alle im Grunde eine geschlossene Front bilden, die auch noch zu nahe an der Strasse steht. Wohlgemerkt- es handelt sich nicht um irgendeinen Gebäudeabschnitt, sondern um den EINGANG. Der sollte einladend sein, freizügig, offen, nicht aber hohe Wand, hinter der, auch wenn aus Glas, eine Verteilstruktur vorherrschte. Nein, also ich stellte mir vor, die beiden originalen Flanken blieben stehen und würden nur an den Innenseiten verkleidet mit Glas. Ansonsten bleibe der Platz dazwischen frei, eine Art Innenhof, der zur Strasse hin offen sei. Ganz oben von einem Glasdach nur überdacht, gegen den Regen. Im so geschaffenen Innenhof hinten die Freitreppe ins Gebäude, über die ganze Breite, mit runden Flächenabsätzen, darauf man Sitzgelegenheiten hat und alles mit viel Grün herum und auch Wasserspiel. Vertikales Grün mit Wasser wie beim Dussmann in Berlin. Jedermann sollte sich dort treffen können, um zu plaudern, zu lesen oder schauen. Restauration- ja bitte, warum denn nicht? Eine bessere Atmosphäre als in Amtsmannes Büro wäre zu schaffen. Vielleicht geht auch eine Glas-Etage ganz oben drüber, mit Café vielleicht? Einladend und hell muss es sein, keine Türen zur Strasse hin. Neues Klimamanagement hält im Winter die Kälte fort (Luftvorhang, gespeist aus der Abwärme der Computer, man schaue dazu nach Basel) Dunkle Zeit hat Plauen wahrhaft genug gehabt die letzten 900 Jahre. Und auch die guten Architekten hätten etwas zu tun, obwohl nicht soviel Material zum Verbauen nötig wäre. Amtsräume sind für eine nicht grosse Stadt wohl genug in dem grauen Kasten. Wie gesagt, wünschte ich keine Wand mehr dort zu sehen. Ein Rathaus- Eingang für die Menschen soll es sein, keine Abschreck- Front. Und die jetzige Seitentreppe käme weg, das gäbe wieder gebührend Platz davor. Man tue jedoch, wie man es für richtig halte, es ist nur ein Vorschlag, mehr nicht.Kommentar von _K.Ritter am 27.02.2012; 08:26:02 Uhr
Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses
Jawohl, Herr Donnerhack, genauso sehe ich es auch. Mehr Platz, mehr Bürgernähe, das "täte" Plauen gut.Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses?
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Kommentar von _Ex-Plauener am 28.01.2012; 11:27:00 Uhr
Kommentar zu Die Sanierung des Plauener Rathauses
Wieder mal ein typisches Beispiel für Plauen.Wieder eine dieser Pseudo-Mitbestimmungs-Umfragen.
Sollten wir Plauener nicht schon einmal über die Gestaltung des Stadtzentrums mitbestimmen?? Ich sage nur ECE!!! Hier wird es genau so. Die Stadtväter machen doch eh was sie nicht sollen!! Schade um Plauen....