Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...
Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
Brüsseler EU- Sondertreffen ohne konkrete Ergebnisse
Neuer Jahresbericht von Amnesty International
Lafontaine: "Keine Hahnenkämpfe"
Berlin: Abgeordnete debattieren über Flughafen- Debakel
Dreikampf um Olympia 2020
Das Wetter heute in:
Schnelleinstieg:
Kinowelt
Schlagzeilen von Vogtland-Anzeiger.de
Exclusive Prominews
Aktuelle Umfrage:
Vogtland-Anzeiger Newsletter
Architekten sind für Rathaus-Neubau
Die Sanierung des Plauener Rathauses wird derzeit heiß diskutiert. Die Plauener Architekten des Forums Baukultur favorisieren den Neubau.
Plauen - Umbau, Nachbau, Neubau oder eine Mischung aus allem. Wie soll das Plauener Rathaus zukünftig aussehen? Eine spannende Frage, die derzeit überall in der Stadt heiß diskutiert wird. Und die ersten legen sich auch bereits offiziell fest, favorisieren eine der Möglichkeiten. So können sich beispielsweise die Plauener SPD-Fraktion und das Plauener Forum Baukultur einen Neubau vorstellen. Die Sanierungs-Frage hängt mit unserem Verhältnis zur Geschichte und mit unserem Lebensgefühl zusammen, meint Architekt Claus Weisbach.
Eine wichtige Rolle spiele aber auch die verantwortbare Summe aus Eigenmitteln und Fördergeldern. Beides sind Steuergelder, so Weisbach, der auch sympathisiert mit der Variante Umbau. In einer Mitteilung haben sich die Mitglieder des Forums Baukultur öffentlich zu den drei von Architekt Silvio Lux vorgestellten Denkweisen geäußert:
Umbau: Das Gebäude behält Dimension und Form des Nachkriegs-Aufbaues, es bleibt als Zeitzeuge erhalten und wäre eine Würdigung der Aufbauleistung der damaligen Generation, meinen die Architekten. Die Fassadenoberfläche wäre nach den heutigen technischen Anforderungen neu zu strukturieren. Der Eingangs- und Foyerbereich erfordert in jedem Fall gestalterische und funktionelle Eingriffe. Der Umbau wäre eine begründbare Variante, zudem die kostengünstigste.
Nachbau: Der Nachbau hätte mehrere Haken. Es handelt sich nicht um eine kleine Reparatur an einem ansonsten intakten Gebäude. Das wieder aufzubauende gewaltige Gebäude mit seinem hohen Dach benötigt eine aufwendige und teure Abtragung durch alle Geschosse. Würden wir uns für die mit Abstand teuerste Variante entschließen, nämlich die alte Pracht wieder zu errichten, so als sei nie etwas gewesen, wäre so etwas aus Kaisers Zeiten wirklich die angemessene Außenwand des Saales unseres Stadtparlaments?
Ein Rathaus ist kein Kaufhaus wie das Braunschweiger Schloß. Bei aller handwerklichen Qualität war der damalige Rathaus-Entwurf für Plauen 1912 kein visionärer Vorreiter, sondern ein bauhistorischer Nachzügler, auch keine konstruktive und gestalterische Höchstleistung wie zum Beispiel die Frauenkirche, so die Architekten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden neue Wege gesucht. Das 19. Jahrhundert war zu Ende. Ebenso die historisierende, auch teilweise kraftprotzende Gründerzeit in Plauen. Wir leben jetzt im Jahr 2012, genau hundert Jahre nach Ende der Gründerzeit.
Neubau: Er lässt der Kreativität der Architekten genügend Spielraum, um maßstäblich richtig, gestalterisch angemessen und konstruktiv kostengünstig so zu bauen, dass das Innere Stahlskelett als statisches System erhalten bleiben könnte. Es gibt viele Beispiele für hervorragende Ergänzung von Altem durch Neues. Qualität ist möglich, man muss sie nur fordern, wollen und zulassen. Innovatives Denken führt meist weiter, so die Meinung des Forum Baukultur. Wir sollten dem Generationenwandel des 21. Jahrhunderts auch in der Architektur gerecht werden - und das erst recht am ersten Haus der Stadt. mar
2012-01-21
Vogtland-Anzeiger jetzt kostenlos testen
Täglich das ganze Vogtland in einer Zeitung und zum günstigsten Zeitungspreis in der Region: Lesen Sie den Vogtland-Anzeiger mit unserem Probeabo zwei Wochen völlig kostenlos. >> mehr dazu...







