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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Saxnet Oelsnitz stellt Insolvenz-Antrag
Die Firma Saxnet GmbH aus Oelsnitz hat beim Insolvenzgericht in Chemnitz per 1. September Insolvenz angemeldet.
Oelsnitz - Das geht aus einem Eintrag beim Amtsgericht hervor. Ob dem Antrag stattgegeben werde, stehe noch nicht fest - ein Gutachter prüfe derzeit, ob Gründe für eine Insolvenz vorliegen, ob das Vermögen ausreichend sei, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken und ob Aussichten auf Fortführung des Unternehmens bestehen, erklärt Marcus Gnad, Sprecher am Amtsgericht Chemnitz, auf Anfrage.
Bisher sorgte das Unternehmen, das Steffen Dreise 2004 als alleiniger Inhaber gründete, ausschließlich für positive Schlagzeilen. Dreise, damals erst Anfang zwanzig, galt mit seinen Internet-Produkten als erfolgreichster Jungunternehmer Sachsens. Das Unternehmen zog mit seinen in Oelsnitz produzierten und entwickelten Höchstleistungs-WLANs die Aufmerksamkeit der europäischen Computer-Fachwelt auf sich. Drahtloses Internet entwickelte Saxnet für die entlegendsten Gebiete auf der Welt, die Geräte sollen, so berichtete die Fachwelt, Temperaturen von minus 40 bis 70 Grad plus standhalten und sogar unter Wasser einsetzbar sein. Seine innovativen Produkte brachten ihm 2008 den Mittelstands-Innovationspreis auf der CeBit Hannover sowie den Titel "erfolgreichstes Jungunternehmen Sachsens" ein.
"Ich habe von dem Insolvenzantrag in Oelsnitz gehört. Eine tragische Sache, dass hier ein Unternehmen, das zukunftsweisende Technologien und Arbeitsplätze geschaffen hat, betroffen ist", sagt Mario Horn, amtierender Oelsnitzer Oberbürgemeister. Er selbst habe beim Vorbeifahren an der Saxnet-Produktionsstätte am Oelsnitzer Willy-Brandt-Ring öfter verwundert festgestellt, dass lange dort keiner zu produzieren schiene, dass man keine Mitarbeiter ein- und ausgehen hat sehen. "Bis auf die letzten Monate, da war was los, da brannte auch Licht in der Firma", sagt Mario Horn. Als amtierender OB wolle er in den nächsten Tagen Kontakt zu Steffen Dreise aufnehmen - wenn möglich auch den Kontakt zum CDU-Bundestagsabgeordneten Robert Hochbaum, in dessen Abgeordnetenbüro Horn tätig ist, herstellen. 2006 entstand der Firmensitz in Oelsnitz - 5,8 Millionen Euro, darunter auch Fördermittel, seien in die Produktionsstätte geflossen, gibt Dreise selbst auf seiner Firmen-Homepage an.
Aufträge soll Saxnet vor allem im Ausland, so in Angola und im Libanon, gehabt haben. Den Auftrag zur Erschließung des Vogtlandes mit schnellem Internet hat der Vogtlandkreis an die Telekom vergeben, obwohl mit Saxnet auch ein heimischer IT-Experte greifbar gewesen wäre. "Die Telekom war alleiniger Anbieter. Kein anderer wollte dieses Stück vom Kuchen abhaben", sagt Kreissprecherin Kerstin Büttner. Ein zweites Angebot sei wohl eingegangen - allerdings nicht fristgemäß. Ob es sich hierbei um Saxnet handelte, könne man nicht sagen, man habe das Angebot nicht geöffnet, so Büttner.
Auskunft von Steffen Dreise zur Situation seines Unternehmens war gestern nicht zu bekommen. Der Sohn sei unbekannt verzogen, er habe seit längerem keinen Kontakt mehr zu ihm, der Insolvenzantrag sei ihm aber bekannt, erklärte Vater Willy Paul Dreise auf Anfrage. cze
2011-09-23
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