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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Quelle-Katalog rollt in Plauen vom Band
Plauen – Viele Plauener haben in den letzten Tagen ihren neuen Quelle-Katalog im Briefkasten entdeckt. Bis Ende Juli lief in ganz Deutschland der Komplett-Versand des Katalogs. Rund acht Millionen Exemplare sind unters Volk gebracht worden. Nach den Schlagzeilen in den vergangenen Wochen, um die Zukunft des traditionsreichen Versandhauses, keine Selbstverständlichkeit.
Durch den angeschlagenen Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor, wozu auch Quelle gehört, stand die Auslieferung durch ausbleibende Zahlungen in den Druckereien mehrmals auf der Kippe. Nur ein gigantischer staatlicher Rettungs-Kredit von mehr als 50 Millionen Euro brachte Quelle vorerst wieder ins Gleichgewicht und in die Liquidität.
Eine Nachricht die Mitte Juli auch in Plauen wohlwollend aufgenommen wurde. Denn was viele nicht wissen, ein Teil des neuen Quelle-Katalogs kommt aus Plauen. Der Sachsendruck produzierte insgesamt 300 000 Schutzumschläge für den Premiumableger des neuen Katalogs.
Der so genannten Hardcover-Katalog wird an Power-User verschickt, die zum festen Kundenstamm von Quelle gehören und regelmäßig bestellen. Mit der hochwertigen Sonderausgabe als Buchform soll erreicht werden, dass die Kunden den Katalog nicht gleich in die Ecke legen, sondern ihn an einem besonderen Platz aufbewahren. Einen inhaltlichen Unterschied zum „normalen“ Katalog gibt es außer der stabile Außenhülle nicht.
„Die Umschläge sind ausgeliefert und auch bereits bezahlt worden“, sagt Sachsendruck-Geschäftsführer Andreas Mößner im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. Quelle gehört seit Jahren zu den Großkunden des Plauener Druckspezialisten, der derzeit rund 200 Mitarbeiter beschäftigt und auch unter anderem noch für Otto und Neckermann produziert. Ein wegbrechen des Auftrages durch die Insolvenz von Quelle wäre für das Plauener Werk nicht existenzbedrohend gewesen, so Mößner: „Das Material für die Umschläge hatten wir bereits da, aber es war noch nicht bedruckt.“ Bei einem platzen des Auftrages hätte das Rohmaterial entsorgt werden müssen. Ein größerer finanzieller Verlust wäre die Folge gewesen. „Die Zusammenarbeit in den letzten Wochen mit Quelle und dem Konkursverwalter waren sehr korrekt.“
Während über die Zukunft vom Arcandor noch spekuliert wird und der Konzern ums Überleben kämpft, hat Quelle bereits für mehrere gute Nachrichten gesorgt. Das Universalversandhaus muss sein ramponiertes Image wieder aufpolieren. Neben dem abgeschlossenen Versand des Hauptkatalogs, ist seit kurzem auch ein überarbeiteter Internetauftritt online. Nach Quelle-Angaben sind hier im Juli wieder die früheren Werte der Online-Bestellungen erreicht worden. Auch Werbekampagnen sind bereits wieder durchgeführt worden. Aussichten die hoffen lassen, dass auch in Zukunft weitere Aufträge nach Plauen kommen. mar
2009-08-05
Kommentar zu Quelle-Katalog rollt in Plauen vom Band?
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