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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Das Geschäft mit leeren Flaschen

030910 PetNeuensalz – „Wir verdoppeln unsere Kapazität“, sagt Geschäftsführer Uwe Röhn. Die Vogtland PET GmbH stellt Granulat her aus Plaste-Einwegflaschen („Pet-Flaschen“) das andere Firmen benutzen, um Rohlinge zu fertigen, aus denen neue Flaschen entstehen.


Röhns 30 Leute schaffen demnächst 25 000 Jahrestonnen Granulat. Gearbeitet wird rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. „Nur Weihnachten ist drei Tage Pause.“ Pro Stunde verarbeiten die Vogtländer 90 000 leere Flaschen, aus denen zwei Tonnen Granulat entsteht. „Das reicht für bis zu 45 000 neue Flaschen“, sagt Röhn.


Sein Unternehmen produziert seit vier Jahren in Neuensalz: Leere Flaschen von Kaufland, Edeka und vielen anderen Märkten landen über Zwischenstufen in Neuensalz. Sie werden sortiert und in einer Mühle geschreddert – übrig bleiben drei Fraktionen: Ettiketten, Verschlüsse und das PET-Material.


Röhn: „Dieses PET-Material wird weiterverarbeitet. Es ist sauber – aber das reicht nicht. Nun wird es bei bis zu 230 Grad ausgekocht, Staub und Gase werden abgesaugt. Schließlich wird es eingeschmolzen, durch ein technisches Sieb gedrückt und die Fäden gehäckselt: Das Granulat ist lebensmittelecht und geht an Hersteller von Rohlingen. Die beliefern Brauereien, wo die Rohlinge bei 180 Grad aufgeblasen und sofort befüllt werden, was eine sehr hygienische Angelegenheit ist, erklärt Röhn im Gespräch mit unserer Zeitung. Zur laufenden Investition zählen nach seinen Angaben Maschinen und der Bau einer einer Stahlbau-Halle: 36 mal 85 Meter groß und 11,5 Meter hoch.

 

Die Arbeiten führen aus: Metallbau Weischlitz und die Firma Tiefbau-Werner aus Siebenbrunn. Mit der Halle gewinnen wir Lagerfläche und vermeiden künftig auch, dass der Wind angelieferte Flaschen-Ballen über das Gelände verteilt“, erklärt Röhn. Im Hinterkopf hat er auch Pläne, die Wertschöpfung im Unternehmen zu erhöhen: Bisher ungenutzte Alt-Etiketten oder/und Flaschenverschlüsse sollen weiterverarbeitet werden. „Versuche dazu laufen“, sagt der Chef. ufa

 

2010-09-11




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