Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Internet-Betrug im Vogtland nimmt zu

Plauen/Zwickau – Im Vogtland steigt die Zahl der Fälle von Internet-Betrügereien. Meist sind es dubiose Online-Shops, die mit vermeintlichen Schnäppchen auf Kundenfang gehen. Wer hier bestellt, verliert garantiert sein Geld. Auch eine Spur ins Vogtland gibt es.

 

Für viele Onlineeinkäufer kann es gar nicht billig genug sein. Einfach einen Artikel in eine der vielen Preissuchmaschinen eingeben und schon spuckt das clevere System den günstigsten Preis aus. Ein Link führt direkt zum Shop und schon kann das vermeintliche Schnäppchen bestellt werden – doch Vorsicht! Mit der zunehmenden Zahl der Internet-Shops, steigt auch die Liste der so genannten Fake-Shops, die schwarzen Schafe der Branche. Meist sind es Anbieter, die nur für kurze Zeit im Netz zu finden sind, um wenig Spuren zu hinterlassen. Die Masche ist dabei immer die gleiche. Die Kunden sollen bestellen, geliefert wird nichts. Die Shops sehen meist sehr professionell aus und sollen Vertrauen erwecken. Viele ähneln auch großen seriösen Anbietern.

 

Besonders oft ist Unterhaltungelektronik in den Fake-Shops zu finden. Da kann eine aktuelle Digitalkamera oder ein Flachbildschirm schon mal mehrere hundert Euro günstiger zu finden sein. Wird ein Angebot weit unter den üblichen Preisen angeboten, sollte man stutzig werden, warnt Polizeisprecher Jan Meinl von der Polizeidirektion Südwestsachsen in Zwickau. Vorsicht sei auch geboten, wenn als Zahlungsart nur Vorkasse auswählbar ist. Wer zum ersten Mal in einem Shop bestellt, sollte sich die Seite zuvor genau anschauen. Als erstes sollte man auf das Impressum und die Kontakt-Seite klicken. Tauchen hier keine Telefonnummern oder eine Hotline sowie Ansprechpartner auf, ist dies ebenfalls ein Zeichen für einen Betrüger-Shop. Seriöse Anbieter werben in der Regel sogar direkt auf der Startseite mit einer Servicenummer. Jan Meinl rät zudem, vor dem Kauf, sich auch im Internet über den Shop zu informieren. Handelt es sich um einen Fake-Shop, gibt es meist bereits Dutzende Einträge von Betroffenen in Foren, die vor dem Kauf warnen.


Fast 200 Fälle im Vogtland


 Im Vogtland steigt laut Polizei Südwestsachsen die Zahl von Internetbetrügereien. Ob bezahlte Ware aus Online-Shops oder aus Auktionen – das Geld ist in den meisten Fällen weg und die Artikel gab es oft gar nicht. Allein in diesem Jahr registrierte die Polizei bisher im Vogtland 183 Fälle, die mit diesem Thema in Verbindung stehen. „Die Tendenz ist steigend. Es zeigen immer mehr Leute solche Fälle an“, so Jan Meinl. Die Dunkelziffer könnte demnach deutlich höher liegen. Den Abzockern auf die Schliche zu kommen, ist für die Polizei gar keine leichte Aufgabe. Denn viel Zeit bleibt den Ermittlern in der Regel nicht. Bevor die Suche richtig aufgenommen werden kann, sind viele der Shops bereits wieder vom Netz genommen und tauchen wenig später mit anderem Design und Namen wieder auf.


Adresse in Tirpersdorf


 Auch im Vogtland lassen sich Hinweise möglicher Betrüger-Shops finden, sagt Polizeisprecher Jan Meinl. Eine Rolle spielt dabei eine fingierte Adresse in Tirpersdorf bei Oelsnitz. Die Spur des Anbieters führe dabei nach Norddeutschland. Im Frühjahr sei der Shop das erste Mal der Polizei aufgefallen. Inzwischen sind zwei Dutzend Verfahren dazu bekannt.

 

Bei der Suche im Internet nach den Wörter Betrug und Tirpersdorf wird man schnell noch auf der ersten Seite fündig. Dabei taucht die Internetadresse euras-elektronik.de auf, die mit dem Slogan „Willkommen bei Freunden“ warb. Mittlerweile vom Netz genommen, soll es sich hier laut mehrheitlichen Stimmen um einen Fake-Shop gehandelt haben. Wie viele Kunden genau betroffen sind, ist unklar. Eine aufgeführte Telefonnummer, mit einer Vorwahl von Tirpersdorf, führt ins leere. Die angegebene Adresse in dem kleinen vogtländischen Örtchen habe mit dem Anbieter des Shops nichts zu tun, so die Polizei, die weiter ermittelt.


 Nichtsdestotrotz kann das Einkaufen im Web auch Spaß machen. Wer genau hinschaut, erkennt leicht den Unterschied zwischen einem seriösen Anbieter und einem Fake-Shop.  

 

Von Martin Reißmann

 

2010-11-03 

 




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