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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauener Stahl auf der Reise nach Regensburg

Schwerlasttransport fährt rückwärts auf die Autobahn

 

Plauen – Schwerlasttransporte in der Nacht durch Plauen sind ein Zeichen einer leistungsfähigen Plauen Stahl Technologie GmbH aber auch Nervenkitzel für manchen Kraftfahrer, der sich in Geduld üben muss.

 

Und eine noch größere Herausforderung sind sie für jene, die sie fahren, wie beispielsweise Steffen Suche von der Merkur Spedition aus Wesel. Der gebürtige Dresdner war in der vergangenen Woche mit einem 28 Meter langen Schleusen-Teil von Plauen nach Regensburg auf Achse. „Spektakulär war es bei der Auffahrt auf die A 72. Da wir in Plauen-Ost mit dem XXL-Teil nicht auf normalem Wege auf die Autobahn kamen, mussten wir rückwärts auffahren, was eine gute Stunde gedauert hat.

 

Das bedurfte schon strenger Absperrmaßnahmen durch die Polizei. Aber solche Hürden sind bei uns eingeplant“, erzählt der 34-Jährige. Seit 15 Jahren sei er mit Schwertransporten unterwegs, zuerst im Begleitfahrzeug als Helfer und nach seinem Lkw-Führerschein mit 21 Jahren auch als Fahrer. „Die Laster wurden immer größer, bis es heute die Giganten der Landstraße sind“, lacht er. Sein bislang längstes Gefährt habe 101 Meter gemessen, doppelt so lang wie das, was von Plauen aus auf Tour ging.


 Die sechs Schleusen-Teile die in den vergangenen Wochen die Stahl Technologie GmbH verlassen haben, wogen jeweils zwischen 60 und 70 Tonnen. Die größten waren 28 Meter lang, 3,90 hoch und 3,50 breit. „Nicht die Breite, sondern die Länge war die Herausforderung“, sagte Steffen Suche. Übrigens: Anfang der Woche ging ein dicker Brocken von Plauen aus auf Fahrt – ein 6,50 Meter breites Teil für ein Kraftwerk.


 Nur von 22 bis 6 Uhr früh dürfen Schwerlasttransporte auf die Straße. Und auch für deren Fahrer müssen nach vier Stunden eine Pause einlegen. „Das ist gar nicht so einfach, ein Plätzchen zu finden“, erzählt Steffen Suche. Im Schnitt war er mit dem Schleusenteil mit Tempo 62 unterwegs nach Regensburg. „Auf der A 72 gibt es aber auch Streckenabschnitte, da kann man nur 20 fahren. Und so habe ich auf den 220 Kilometern bis Regensburg die mir zur Verfügung stehende Zeit voll ausgeschöpft.“

 

Wenn es die Transportstrecke erlaubt werde auf Zwischenstopps an Tankstellen verzichtet. „In die neusten Fahrzeuge passen schon bis zu 1000 Liter Sprit. Und nach einer Faustregel brauchen wir pro Tonne einen Liter auf einen Kilometer“, erläutert Steffen Suche. Und er verrät, ,,auch anderweilig richten wir uns auf solche Fahrten ein“ – und meint damit: Pinkelpausen vermeiden. Für die seine Speditionsfirma sind lange, breite und schwere Transporte übliches Tagesgeschäft. Die Mannen aus Wesel sind oftmals mit Windkraftanlagen auf den Straßen unterwegs.

 

Die Plauen Stahl Technologie GmbH gehört mit über 130 Mitarbeitern und einer Jahreskapazität von etwa 20 000 Tonnen Stahlkonstruktion zu den leistungsstärksten Stahlbauunternehmen der Bundesrepublik Deutschland. 

 

Von Marjon Thümmel

 

2009-11-20




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