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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Rainer Brüderle besucht Branchenprimus

081210 BrüderleTreuen – Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle besuchte am Dienstag die Firma Gett Gerätetechnik in Treuen. Im Gespräch mit Narva-Betriebsräten machte er sich für eine Ersatzproduktlinie für das Plauener Unternehmen stark.

 

Nach seiner Teilnahme am Gipfeltreffen für Informationstechnologien (IT) in Dresden besuchte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Firma Gett Gerätetechnik GmbH im Treuener Gewerbegebiet. Zunächst widmete er sich in einer Rede vor Vertretern mittelständischer Unternehmen aus dem Vogtland und dem Raum Zwickau der wirtschaftlichen Situation in Deutschland und speziell der in Sachsen. Anschließend nahm er die Gelegenheit zu einem Betriebsrundgang wahr und kam dabei unter anderen mit Mitarbeitern im Bereich Tastaturfertigung ins Gespräch.
Wie bereits im Vorfeld seines Besuches angekündigt, unterhielt sich Brüderle auch im internen Kreis mit Betriebsräten von Philipps und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer über die derzeitige Lage im Unternehmen.

 

„Strukturwandel soll man nicht aufhalten“, so die Meinung von Brüderle zu den Plänen des Weltkonzerns Philips, zwei Produktionsschienen von Plauen nach Polen zu verlagern. Aber, so Brüderle, er werde sich bei Philips dafür einsetzen, dass eine Ersatzproduktlinie nach Plauen komme, die die gefährdeten Arbeitsplätze von 150-Philips-Arbeitern erhalten helfe. „Wir sind sehr in Sorge um 150 Arbeitsplätze“, hatte sich Oberdorfer noch öffentlich vor den 50 Unternehmern geäußert. „Ich werte es als positiv, dass sich ein Bundesminister mit den Problemen vor Ort auseinandersetzt“. Brüderle habe sich sehr für ein Gutachten, das Philips-Betriebsrat Andreas Rother anfertigen ließ, interessiert. Der OB zeigte sich auch erfreut, dass der Betriebsrat im Gespräch nicht jeden Strukturplan der Philips-Konzernleitung von vornherein abgelehnt habe.

 

Als Ersatzproduktlinie hatte Brüderle die LED-Technik ins Gespräch gebracht, welche immer mehr den Markt erobere und dabei sei, die Halogenbeleuchtung in der Autobranche abzulösen. „Wir konnten sachlich und fachlich auf unser Problem aufmerksam machen. Der Minister hat viel mitgeschrieben und sich lobend geäußert, dass wir ein gut aufgestellter Betriebsrat seien, der durchaus bereit sei, sich von alten Dingen zu lösen, aber auch in die Zukunft schaue“, äußerte Betriebsrat Andreas Rother im Anschluss.


Wie auch Brüderle, sieht Rother die Zukunft des Plauener Werkes in der Herstellung von LED-Produkten oder organischen LED-Lampen. Leider werden die Produktlinien schon in den Philips-Werken in den USA hergestellt. Die Hoffnung, diese Linie nach Plauen zu bekommen, bestehe jedoch. „Vielleicht kann Herr Brüderle mit seinen Gesprächen doch noch etwas in diese Richtung lenken“, so Rother.  va

 

2010-12-13




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