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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Bang setzt im Industriegebiet einen Meilenstein

Oelsnitz - Um das blaue Stahlskelett ist die Halle gewachsen. In dem riesigen Raum verlieren sich wenige Monteure. Draußen pfeift der Wind über weite Flächen. Das Unternehmen Bang Kransysteme GmbH&Co.KG gehört zu den Pionieren im noch jungen Industriegebiet Taltitz/Neue Welt.

 

Firmenchef Werner Bang hält Freitagvormittag Arbeitsbesprechung mit Leuten der Union Chemnitz. Gerade wird das Plattenbohrwerk eingebaut, eine Maschine für rund eine Million Euro. Sie ist das Herzstück der neuen Fertigungsanlage und für Bang zugleich ein Meilenstein in der Firmengeschichte. „Wir vollziehen damit den Schritt von der konventionellen zur computergestützten mechanischen Bearbeitung“, erzählt der Unternehmer. Die Maschine steht für hohe Präzision, der Arbeitsprozess wird rationeller.


„Wir liegen sehr gut im Rennen trotz des strengen Winters“, sagt Bang, der bereits in der DDR Krane gebaut hat und sich mit der Wende 1989 im Adorfer Eigenheim mit einem Service-Unternehmen selbstständig machte. Anfang Juni 2009 hob das Familienunternehmen, das seit 1995 im Industriegebiet Johannisberg ansässig ist, mit Landrat Dr. Tassilo Lenk und Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius den Hallenneubau in Taltitz aus der Taufe. Die Lokalpolitik gab Starthilfe für die Investition von rund acht Millionen Euro und sorgte für eine ansehnliche staatliche Förderung. Planung, Ausführung und Bauleitung nahm die Kranfirma in die eigenen Hände. „Die Halle ist sehr gut gelungen – dank schlanker Bauweise und modernen Berechnungsmethoden – und hat Beachtung in der Fachwelt gefunden“, lobt Werner Bang. Ausschließlich Firmen der Region kamen zum Einsatz. Die Uni Stuttgart habe den Bau begleitet und dokumentiert.


Die Arbeiten im Inneren laufen auf vollen Touren. Ab Mai sollen in der Halle große Krane gefertigt werden, die 100 Tonnen bewegen können, „eine Nische, die nicht viele besetzen“. Damit kann die Firma Stahlwerke beliefern, Unternehmen wie Thyssen und Salzgitter. „Im September wollen wir den Umzug an den neuen Standort abschließen“, blickt Bang voraus. Dann ist auch die feierliche Einweihung geplant. Für das Firmengebäude am Johannisberg habe man bereits einen Käufer gefunden, Vertragsverhandlungen laufen. Erhalten bleiben soll das Werk in Falkenstein mit seinen 50 Mitarbeitern im Stahlbau. Das Gebäude wird zur Zeit saniert.


Durch das Bauen während der Wirtschaftskrise – gegen manche Bedenken – habe sich das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Nun in Zeiten des Booms sind die Auftragsbücher der Firma voll. „Wir haben den risikovollen Weg gewählt, das hat sich gelohnt“, freut sich der Fuchs aus Adorf, „aber vor einem halben Jahr waren wir uns da nicht so sicher“. Mit dem VW-Werk hat die Firma einen neuen Kunden gewonnen. Beliefert wird seit Jahren der Autobauer Audi. Für das Mercedes-Werk in Ungarn liegt eine „Laufkatze“, eine Krananlage mit 40 Tonnen Tragfähigkeit, in der neuen Halle. Es gibt Aufträge und Anfragen aus der Atomindustrie.


Was Bang jetzt braucht, sind mehr Fachkräfte. „Wir versuchen sukzessive, Leute heranzuziehen, auszubilden und einzustellen. Seit langem sind wir auf der Suche bei den Studienabgängern, doch wir haben Schwierigkeiten, Leute zu finden, die in die Branche passen“, erzählt der Unternehmer. Eine Aufstockung um etwa 30 Arbeitsplätze hält er am neuen Standort für möglich.

 

Zur Zeit beschäftigt der Kranbauer insgesamt 100 Leute. Gesucht werden Maschinenbau- und Elektroingenieure, Schlosser, Elektriker und Elektroniker. An der Halle in Taltitz/Neue Welt folgt jetzt die Arbeit an den Außenanlagen. „Verzichtet haben wir erst mal auf das Sozialgebäude zugunsten der Fertigung. Dafür haben wir uns eine sechs Meter lange CNC-Drehmaschine geleistet“, berichtet Bang. Der repräsentative Verwaltungsbau sei aber nur vertagt. Optional gesichert hat sich die Firma weitere drei Hektar Fläche in der Neuen Welt. „Hier könnte eine weitere Halle entstehen, aber selber verwirklichen will ich das nicht mehr“, sagt der 60-Jährige. Bangs Söhne Christoph und Markus arbeiten als Geschäftsführer und Teilhaber im Unternehmen. va

 

2011-03-07




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