Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Firma Richter aus Oelsnitz feiert Einweihung

Oelsnitz – Einweihung gefeiert hat am letzten Samstag die Firma Richter GmbH&Co.KG Nutzfahrzeuge-Trailerservice im Industriegebiet Taltitz/Neue Welt, Am alten Bahndamm 5. Seit 1992 ist die Firma, die früher in der Oelsnitzer Talsperrenstraße angesiedelt war und Vertragshändler des belgischen Nutzfahrzeugherstellers Stas ist, am Markt.

 

Auf dem 9000 Quadratmeter großen Gewerbe-Grundstück sind eine neue Halle für den Fahrzeugaufbau und ein Bürogebäude entstanden. Rund eine Million Euro hat das Familienunternehmen investiert, gefördert über die Sächsische Aufbau-Bank (SAB). Der Neubau, an dem im Februar die Arbeit begann, war planmäßig Ende Juni fertig gestellt – obwohl Goldbeck- Bau die Grube für das Fundament im vereisten Boden ausfräsen musste. Als erstes Unternehmen hat Richter damit die Geschäftstätigkeit im neuen Oelsnitzer Wirtschaftsareal aufgenommen. In der Nachbarschaft entsteht eine von vier Rettungswachen des kreislichen Eigenbetriebs Rettungsdienst. Einige Grundstücke weiter begannen die Erschließungsarbeiten für Bang Kransysteme.


Rund 300 Gäste statteten dem Betriebsgelände zum feierlichen Anlass ihren Besuch ab, berichtet Steve Richter bei einem Gespräch im Firmenbüro, darunter der 1. Stellvertretende Bürgermeister von Oelsnitz, Mario Horn, zahlreiche Kunden und Geschäftspartner. Fahrzeuge waren ausgestellt, und es „kam zu mehr Kundengesprächen als gedacht“.


Insgesamt neun Arbeitsplätze bietet die Firma, vier davon entstanden neu. Nach der Aufbauphase hält es Steve Richter, der für Öffentlichkeitsarbeit und Kundenfinanzierung zuständig ist, für möglich, dass weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Der erst 23 Jahre alte Sohn von Geschäftsführer Andreas Richter (49) hat eine kaufmännische Ausbildung, sein Bruder Roy Richter (26) mit einer Bankausbildung ist zweiter Geschäftsführer.
Überwiegend Spediteure gehören zu den Kunden des Unternehmens. Auf Grund der Maut-Erhöhungen Anfang des Jahres seien diese finanziell belastet. „Das merkt man am Absatz“, berichtet Steve Richter. Der Neuwagenverkauf ist um 50 Prozent zurückgegangen. Mit einem Komplettangebot sei man jedoch gut aufgestellt. Das Unternehmen verdiene sein Geld mit dem Reparieren, Vermieten und der Finanzierung von Nutzfahrzeugen – dazu gehört alles, was hinter dem Lkw gezogen wird. Zum Einzugsgebiet der Firma zählen die fünf neuen Bundesländer sowie Nordbayern.


Auf die wirtschaftliche Lage zu reagieren, war das Gebot der Stunde. „Wir bauen Fahrzeuge jetzt selbst auf“, berichtet Steve Richter, „zum Beispiel Stahlmulden für Schrottfahrzeuge“. Mit der Produktion schloss das Unternehmen eine Marktlücke. Bis zur stattlichen Größe von 90 Kubikmetern werden die Mulden in der neuen Halle in Taltitz montiert. „Die Nachfrage danach ist groß“, weiß Richter. Zur Zeit wird in der Halle eine Stahlmulde mit 50 Kubikmetern Fassungsinhalt gebaut. Der Rahmen aus Aluminium wird jeweils von Stas zugekauft, das Stahlblech von einem weiteren Hersteller. Die einzelnen Platten werden dann in der Halle zusammengeschweißt.


In Flensburg hat die Firma eine eigene Fahrzeugnummer beantragt. „In spätestens einem Jahr wollen wir den eigenen Firmennamen an den Fahrzeugen führen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Richter. Den Boom der Stahlmulden erklärt er mit dem hohen Schrottaufkommen derzeit – unter anderem durch die Abwrackprämie. „Der Schrotttransport geht nicht mit Alu-Mulden. Wir mussten uns was einfallen lassen“, erzählt er. Gemeinsam mit dem Stahlhersteller wurden die Mulden entwickelt. Durch den Alu-Rahmen von Stas – der mit Hilfe eines patentierten Verfahrens hergestellt werde – könne die Richter GmbH&Co.KG die Mulden mit einem Leergewicht von sieben Tonnen anbieten – gegenüber Fahrzeugen, bei denen auch der Rahmen aus Stahl besteht, ein Wettbewerbsvorteil von einer Tonne weniger Gewicht. Verkauft mit kundenspezifischem Aufbau werden 150 Fahrzeuge pro Jahr.


Angefangen hat Andreas Richter vor 20 Jahren – noch mit DDR-Mark – mit einer eigenen Spedition. Bei der dritten Währung brachte er schon viel Erfahrung ins Geschäft mit. Sein Vorteil, er reagierte 1992 entschlossen auf eine Händler-Offerte von Stas, einen ordentlichen Vertrieb aufzubauen. „Wir setzten uns ins Auto und fuhren nach Belgien“, erzählt der Geschäftsführer. „Die ersten Fahrzeuge haben wir vor Ort gekauft.“     Renate Wöllner

 

2009-09-19




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