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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Ackermanns Haus: Krise hat fast Existenz gekostet
Ellefeld – Die Firma Ackermanns Haus „Flüssiges Obst“ kann jetzt im September auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken. „Die offizielle Jubiläumsfeier mit Belegschaft und Gästen wird jedoch auf nächstes Jahr verschoben“, erklärt Geschäftsführer Wilfried Ackermann.
„Momentan haben wir keinen Nerv zum Feiern“, verdeutlicht er mit Blick auf die aktuelle Situation des Unternehmens. „Wir ringen noch darum, wirtschaftlich wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen haben uns voriges Jahr fast die Existenz gekostet.“ Inzwischen sei die Talsohle überwunden, da man zusätzliche Aufträge übernehmen konnte. Im Klartext heißt das: Weil Mitbewerber auf Grund der Krise die Segel streichen mussten, hat Ackermanns Haus die Lohnabfüllung von Säften und anderen alkoholfreien Getränken für diese Firmen übernommen. „Das ist zurzeit eine spannende Geschichte“, sagt Wilfried Ackermann angesichts der Entwicklung in der Branche. Er könne sich vorstellen, die Lohnabfüllung noch auszuweiten, zumal damit für eine Auslastung der betrieblichen Kapazitäten gesorgt wird. Neuerdings pflegt der Betrieb auch eine Zusammenarbeit mit der Behindertenwerkstatt der Diakonie in Rebesgrün, wo laut Firmenchef „kleinere Zuarbeiten für Produktionsaufträge angefertigt werden“.
Die vielseitige Produktpalette des Ellefelder Saftherstellers umfasst gegenwärtig über 90 verschiedene Frucht- und Gemüsesäfte, darunter die bekannten Kinella-Kindersäfte. „Die Traditionsmarke Kinella ist nach wie vor die Nummer eins in den neuen Bundesländern“, unterstreicht der Geschäftsführer. Darüber hinaus werden unter dem Label „Vitahaus“ gesundheitsfördernde Trinkkuren hergestellt, wie zum Beispiel ein Gemüsesaftdrink mit Omega-3-Fettsäuren oder die Sanddornkur.
Am Firmenstandort wurden in den vergangenen Jahren Verwaltungsgebäude und Produktionshallen saniert, eine Palettenbahn angelegt sowie die Zufahrtsstraße gebaut. Jüngste Großinvestition des Familienbetriebes war eine neue Saftkelterei. 73 Mitarbeiter, davon fünf Lehrlinge, sind momentan bei Ackermanns Haus beschäftigt.
Das Firmenjubiläum bezieht sich auf das Jahr 1934: Damals hatte Martin Ackermann, der Großvater des heutigen Geschäftsführers Wilfried Ackermann, in der Ellefelder Siedlung Sonnenblick mit der Süßmostherstellung begonnen. Im Jahr 1934 erfolgte die Firmengründung „Frithma Ackermanns Haus Flüssiges Obst“. Zur DDR-Zeit war das Unternehmen vor allem auch durch die Herstellung von flüssiger Säuglingszusatznahrung weithin bekannt.
Im Jahr 1972 wurde das Familienunternehmen enteignet und zu einem volkseigenen Betrieb umgewandelt. Nach der politischen Wende waren Ingefrid und Wolfgang Ackermann die Reprivatisierung sowie ein betrieblicher Neustart gelungen. Jürgen Hübner
2009-09-27
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