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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Goldbeck in Treuen weiter auf Erfolgskurs
Treuen – Das Treuener Unternehmen Goldbeck-Regionalgesellschaft Ost ist trotz Krise weiter auf Wachstumskurs geblieben. Wie die gesamte Gruppe, die auf das 40. Jubiläum verweisen kann, haben die Mitarbeiter in Treuen und den dazugehörigen sechs Niederlassungen im abgelaufenen Geschäftsjahr das Ergebnis wiederholt steigern können.
Der Umsatz erreichte mit einem Plus von 29 Prozent die stolze Höhe von 250 Millionen Euro. Für die gesamte Gruppe verkündete gestern Jörg-Uwe Goldbeck, der dem Bilanzgespräch in Treuen per Video-Konferenz zugeschaltet war, ein Wachstum um 27 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro Umsatz. Doch zugleich machte er angesichts der zögerlichen Haltung der Großkunden deutlich, dass in dem neuen Geschäftsjahr keine derartigen Zuwächse erwartet werden. „Unser mittelfristiges Umsatz-Ziel ist eine Milliarde Euro“, sagte der Unternehmenschef.
Auch in Treuen wird die Steigerung der letzten drei Jahre von 170 auf 190 und schließlich 250 Millionen Euro als Ausnahme gesehen. „Wir wollen in diesem Jahr auf rund 200 Millionen Euro Umsatz kommen. Das ist realistisch“, sagte Geschäftsführer Lars Luderer. Um sich von der Baukonjunktur unabhängig zu machen, setzen auch die Treuener auf Gebäudemanagement und energieeffiziente Bauten. „Wir betreuen mit unseren Dienstleistungen 600 externe Kunden und 200, für die wir die Gebäude selbst errichtet haben“, zählt Luderer auf. „Die Dienstleistungsangebote steigen“, sagt er. Was Goldbeck bei Baumaßnahmen in die Hand spiele, sei der Zwang der Auftragsgeber, etwas für Energiesparsamkeit zu tun. Auf diesem Bereich habe das Unternehmen eine Vorreiterrolle inne. Bei Bürogebäuden gehe es um energetische Maßnahmen, bei Industriegebäuden wiederum sei beispielsweise die Nutzung von Abwärme, die bei den Produktionsprozessen entstehe, gefragt.
Innerhalb der Goldbeck-Gruppe hat Treuen den Hut auf für das Public-Private-Partnership (PPP)-Projekt Inselschule Fehmarn. Diese wird für 15 Millionen Euro nach neusten energetischen Gesichtspunkten gebaut und wird nach der Schlüsselübergabe über 25 Jahre von Goldbeck finanziert und betrieben. Luderer bedauert, dass Sachsen an solchen PPP-Lösungen bislang für Schulen nicht interessiert ist und damit in gewisser Weise Neubauten eine Absage erteilt. Eine Arbeitsgruppe mit Planern, Architekten, Bauingenieuren und Gebäudetechniker sei für dieses Projekt gebildet worden. Duisburg sei laut Luderer ein gleiches PPP-Projekt für den Neubau eines Berufsschulzentrums angeboten worden. „Wir haben deutschlandweit eines der größten Ingenieurbüros. 47 Prozent unserer 460 Mitarbeiter sind Akademiker“, so Luderer.
Stolz ist der Geschäftsführer auch auf das „sehr wichtige Objekt“ in Dresden – die Erweiterung des Parkhauses am Flughafen. Der Auftrag für das Acht-Millionen-Objekt sei im Frühjahr erteilt worden, der Bau beginne in diesen Tagen. 1500 Stellflächen sollen bis Ende 2010 neu entstehen. Referenzobjekt sei das Parkhaus an der Festung Königstein. In den Vergangenheit hatte sich Goldbeck auch mit der Errichtung von Solaranlagen ein weiteres Standbein geschaffen. „Das wird aber weiterhin ein Ergänzungsprodukt sein. Gegenwärtig erleben die Solarmodulhersteller einen Auftragsrückgang und weltweit fallende Preise, was auch uns zu neuen Überlegungen zwingt“, so Luderer.
Hauptschwerpunkt bleibe weiterhin der Hallen-Bau. Und da passiere einiges in der nächsten Umgebung. Fertig sei der Neubau für Vowalon, momentan werde bei der GK Software in Schöneck eine Halle errichtet. Und schließlich sei das „schönste Projekt“ die Sporthalle für Treuen. Deren Rohbau soll Ende des Jahres stehen. Die Übergabe ist im Sommer nächsten Jahres geplant, freut sich Bürgermeisterin Andrea Barth, die gestern beim Gespräch anwesend war. Goldbeck sei von der Tonnage her der größte Stahlbauer in Deutschland. Im vergangenen Jahr seien 50 000 Tonnen Stahl verbaut worden, allein 11 000 Tonnen am Standort Treuen, rechnete Luderer vor. Und daraus ist auch beispielsweise die neue Skihalle in Oberhof entstanden.
Und noch eins verkündete er stolz: Bei Goldbeck Treuen musste bisher nicht kurzgearbeitet werden. „Wir haben auch keine Kurzarbeit geplant. Da unserer Arbeit auf Projekte passiert, brauchen wir flexible Arbeitszeiten. Zurzeit arbeiten wir zweischichtig und auch samstags. Da sammeln sich Überstunden an, die später abgesetzt werden.“ Während sich die Industrie mit Aufträgen etwas bedeckt halte, sei dies beim Mittelstand weniger zu beobachten. Kunden aus den Branchen Lebensmittel, Pharma und auch Handel stellten noch immer die meisten Anfragen zum Neubau von Hallen.
Goldbeck Treuen investiert auch selbst weiter: Nach der Übergabe der Feinblechhalle vor einigen Wochen wird jetzt eine Pulverbeschichtungsanlage für Stahlbauteile aufgebaut. Die drei Millionen teure Maschine, die zielgenau und damit umweltschonend die Stahlbauteile „besprüht“, soll im Dezember in Betrieb gehen. M. T.
2009-08-28
Kommentar zu Goldbeck in Treuen weiter auf Erfolgskurs?
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