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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Zwickau will der „Tex“ den Todesstoß versetzen
Das Totenglöckchen der Hochschulausbildung in Reichenbach ist zu hören. Und wer läutet es? Die Hochschul-Zentrale in Zwickau höchstselbst.
Von Uwe Faerber
Reichenbach/Zwickau – Höchste Alarmstufe für die Außenstelle Reichenbach („Tex“) der Westsächsischen Hochschule in Zwickau (WHZ): Bisher hat Zwickau offiziell für Reichenbach gekämpft – seit Montag nicht mehr. Stattdessen wird in einer Pressemitteilung vorgeschlagen, die Textil- und Lederausbildung sowie den Studiengang Architektur nach Zwickau zu verlegen.
Damit nimmt die WHZ Kurs auf das von der Landesregierung in Dresden vorgegebene Ziel. Welche Argumente führt Zwickau an? In Reichenbach müsste in die Immobilien investiert werden. Und: „Große Teile der Ausstattung des Instituts für Textil- und Ledertechnik in Reichenbach passen nicht mehr zu modernen Produktionsverfahren und zur zukunftsträchtigen Entwicklung insbesondere im Bereich der Technischen Textilien.“ Der Mitteilung zufolge werden die Unterbringungskosten für einen modernisierten Studiengang Textil- und Ledertechnik ermittelt, ebenso die Kosten für die Modernisierung der Laborausrüstung, wobei bereits eine räumliche Lösung in Zwickau in Sicht sei.
Sehr viel schwieriger gestalte sich die Situation beim Studiengang Architektur, der eigentlich nach Leipzig „gehen“ soll. Doch dort reiche der Platz nicht. „Das in Reichenbach entwickelte und von der Fachwelt als sehr erfolgreich anerkannte ,Stu-dio-Modell’ könnte nicht fortgeführt werden“, heißt es wörtlich: Deshalb sollte Architektur in Zwickau gelehrt werden.
Unterdessen hat sich Andrea Roth erneut zu Wort gemeldet, die Landtagsabgeordnete der Linkspartei aus dem Vogtland. Sie kündigt an, bei anderen Landtagskollegen um Unterschriften zu werben, damit das Thema „Hochschulausbildung in Reichenbach“ im Landtag behandelt werden muss. Die fünf vogtländischen Abgeordneten von CDU (4) und FDP (1) wollen Roths Antrag nicht unterstützen und Untersuchungen der Landesregierung abwarten. Sieben Unterschriften sind nötig.
2011-07-05
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