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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Zeugen zu Badeunfall im Waikiki gesucht

Zeulenroda/Zwickau – Die Polizei sucht Zeugen eines Badeunfalls im Freizeitbad Waikiki in Zeulenroda: Das tragische Geschehen hat sich bereits am 3. Januar ereignet: Infolge des Unfalls hat ein zwölfjähriger Junge aus Sachsen irreparable Hirnschäden erlitten. Die Kripo ermittelt.

 

Damals, am ersten Samstag 2009, war der Junge mit seinen Eltern Gast des Bades. Zwischen 14 und 15 Uhr fand ein Paar aus der Nähe Hofs den Zwölfjährigen reglos, mit dem Kopf untergetaucht und zog ihn aus dem Wasser. Der herbeigerufene Bademeister führte Wiederbelebungsmaßnahmen durch, wie Gerd Michael Schultz sagt, ermittelnder Oberstaatsanwalt in Gera. Auch Notarzt und Transport ins Krankenhaus hätten aber nicht verhindert, dass der Junge geschädigt bleibt.


Oberstaatsanwaltschaft Schultz zufolge wohnen die Eltern des Jungen mittlerweile in Chemnitz – und dort ist zwei Monate nach dem Unfall die Anzeige gegen das Freizeitbad Waikiki eingegangen: Wegen unterlassener Hilfeleistung. „Es ist zu prüfen, ob es eine Mitschuld des Bades gibt. Zum Beispiel, ob Bademeister oder jemand anders nicht aufgepasst hat“, sagte Schultz.


Was meint das Freizeitbad Waikiki? „Kein Kommentar“, sagt Silke Kusturica, Marketing-Leiterin des Bades. „Unserem Hause liegt noch nichts in schriftlicher Form vor, weder von der Kriminalpolizei noch von der Staatsanwaltschaft.“
Inzwischen hat die Polizei gestern einen neuerlichen Badeunfall – diesmal aus dem Strandbad Planitz in Zwickau gemeldet: Dort verunglückte am Dienstag ein Sechsjähriger aus der Grundschule in Stenn und wurde lebensgefährlich verletzt.


Der Junge war einer von 160 Grundschülern gewesen, die mit zehn Lehrern das Bad besuchten. Gegen 9.30 zog eine Frau den hilflos im Wasser treibenden Jungen heraus. Der Notarzt wendete Wiederbelebungsmaßnahmen an, der Sechsjährige kam im lebensbedrohlichen Zustand ins städtische Klinikum. Die Kripo ermittelt – obwohl nach ersten Erkenntnissen kein Verstoß der Aufsichtspflicht vorliegt, wie es in Medienberichten heißt.

 

Der Junge hatte sich wahrscheinlich zur Toilette abgemeldet und war vermutlich gegen die Absprache zum tiefen Becken gelaufen. Unklar bleibt, warum das keiner der zehn Lehrer gemerkt hat, die zudem von einem Bademeister und einem Rettungsschwimmer unterstützt wurden.  ufa

 

2009-08-21




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