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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Wirtschaftsranking: Niedrige Kosten im Vogtland
Plauen – Das Vogtland ist nach einem Wirtschafts- und Wohlstandsranking zwar auf Rang sechs im Freistaat Sachsen – bundesweit nimmt die Region jedoch nur Platz 351 bei 409 untersuchten Städten und Kreisen ein – wir berichteten. Das Vogtland steht dabei besser da als zum Beispiel liegt dabei noch vor Leipzig, Zwickau und dem Erzgebirgskreis. Spitzenreiter in Sachsen ist Dresden. Schlusslicht ist Görlitz – sachsen- wie bundesweit. Erstellt wurde das am Donnerstag in Köln veröffentlichte Regionalranking von der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
Die INSM-Studie berücksichtigt zahlreiche ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Kaufkraft, Bruttoinlandsprodukt und Ausbildungsplatzdichte. Untersucht wurde 21 Kriterien. Mietkosten oder das Preisniveau für Lebensmittel wurden dagegen nicht berücksichtigt.
Wo der Vogtlandkreis punktet – und wo nicht, zeigt folgende Übersicht:
Stärken
K Die Arbeitskosten je Arbeitnehmer belaufen sich im Vogtlandkreis auf 26 100 Euro. Im Bundesmittel liegen diese Kosten, die sich aus dem Bruttolohn beziehungsweise -gehalt und den Sozialversicherungsbeiträgen zusammensetzen, bei 31 846 Euro. Damit kommt der Vogtlandkreis bundesweit auf Rang 30. Innerhalb von Sachsen ergibt das Rang sechs.
K 9,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vogtlandkreis haben einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Bundesweit liegt der Anteil Hochqualifizierter bei 7,8 Prozent. Deutschlandweit ergibt sich so Rang 105 sowie Platz zehn unter 13 untersuchten Städten und Kreisen in Sachsen.
K Im Vogtlandkreis haben 60,4 Prozent aller Einwohner zwischen 15 und 64 Jahren einen sozialversicherungspflichtigen ob oder sind geringfügig beschäftigt. Bundesweit liegt die Arbeitsplatzversorgung bei 60,0 Prozent. Das bringt Rang 203 für den Vogtlandkreis im deutschlandweiten Ranking. Bezogen auf Sachsen Rang drei von 13 Kreisen.
Schwächen
K Die Einkommensteuerkraft vermittelt einen Eindruck von der regionalen Einkommenssituation: Im Vogtlandkreis beläuft sie sich auf 108 Euro je Einwohner. Rang 388 bei einem bundesweiten Mittelwert von 282 Euro. In Sachsen erreicht der Vogtlandkreis Rang elf von 13.
K 46 089 Euro erwirtschaftet hier jeder Erwerbstätige im Schnitt. Damit schneidet der Vogtlandkreis im Gesamtvergleich mit Rang 386 ab. Zum Vergleich: Bundesweit erreicht die Produktivität ein Niveau von 58 299 Euro pro Erwerbstätigem. Innerhalb der Grenzen des Landes Sachsen ergibt sich Rang elf unter 13 Kreisen.
K Beim Demografieindex, einem Sammelindikator, der die Altersstruktur der Bevölkerung – zum Beispiel das Zahlenverhältnis zwischen Jung und Alt – wiedergibt, erreicht der Vogtlandkreis einen Indexwert von 63,5 Punkten. Platz 382 im bundesweiten Vergleich. Landesweit kommt der Vogtlandkreis damit auf Rang zwölf unter 13 analysierten Städten und Kreisen.
Das Regionalranking 2009 zeigt die aktuellen sozioökonomischen Strukturen der deutschen Kreise und Städte – den Ist-Zustand, was Arbeitsmarktlage und Wirtschaftsleistung, Lebensqualität und Wohlstand angeht. Zurzeit fragen sich die Wirtschaftsakteure in den Regionen aber auch, wie sich die weltweite Konjunkturkrise vor der eigenen Haustür auswirken wird. Deshalb veröffentlicht die INSM mit ihrem Regionalranking 2009 auch einen wissenschaftlichen Krisenrisikoindex: Dieser zeigt Trends auf, wo in den 409 untersuchten Kreisen und kreisfreien Städten die negativen Auswirkungen der Rezession zuerst und am deutlichsten zu spüren sein werden.
Der Vogtlandkreis wird laut der Auswertung nach einer wissenschaftlichen Trendanalyse aufgrund der spezifischen Wirtschaftsstruktur vor Ort unter den Folgen der aktuellen Konjunkturkrise durchschnittlich betroffen sein.
Tendenziell stärker durch die Konjunkturkrise gefährdet sind klassische Industrien mit einem hohen Exportanteil. Dazu zählen der Autobau inklusive Zulieferer, einer der Hauptwirtschaftszweige im Vogtland, Chemieindustrie und der Maschinenbau.
Thomas Nahrendorf
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