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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Grundsteinlegung für Dementenheim in Netzschkau
Netzschkau – Jetzt geht’s los: Am Dienstag fand die Grundsteinlegung für das geplante Dementenwohnheim in der Netzschkauer Andreas-Schubert-Straße 6 statt. Unter dem bekannten Motto „Was lange währt, wird gut“ kann der Neubau nach fünfjähriger Vorbereitungszeit nun endlich errichtet werden.
Und dass es ein „wundervoller Bau“ wird, daran ließ der Netzschkauer Bürgermeister Werner Müller keinen Zweifel. In den höchsten Tönen lobte er das geplante ebenerdige Wohnheim, erinnerte aber auch daran, dass ein mittelständisches Unternehmen in der Schlossstadt entsteht und wieder eine Industriebrache verschwindet. Den nicht aufhören wollenden Regen während der Grundsteinlegung deutete Müller als „Freudentränen“. Anerkennende Worte für die Bauherren (Diakonie, Lebenshilfe und DRK) fand auch Sozialdezernent Dr. Drechsler. Er gab zu, den Plänen zur gemeinsamen Errichtung einer Wohnstätte für dementiell Erkrankte wegen fehlender Fördermittel anfänglich wenig Chancen eingeräumt zu haben. Zum Glück hat er sich geirrt. Deswegen hob er ausdrücklich den Trägerverbund hervor. Solch eine Zusammenarbeit komme nur sehr selten zustande.
Tatsächlich galt es einige Klippen zu umschiffen, ehe mit dem Bau des Dementenwohnheimes begonnen werden konnte. Die Finanzierung war dabei wohl die schwierigste. Aber die steht nun auch auf sicheren Füßen. An den 3,1 Millionen Euro Gesamtbaukosten beteiligt sich der Landkreis mit 250 000 Euro. 300 000 Euro kommen von der ARD-Fernsehlotterie. Außerdem bekommen die Bauherren für 1,5 Millionen Euro ein zinsloses Darlehen aus Bundesmitteln für den klimaschonenden, energieeffizienten Bau.
Daneben war es ein langer Kampf, bei den Genehmigungsbehörden ein ebenerdiges Gebäude durchzusetzen. Und auch die einzelnen Wohlfahrtsvereine mussten sich erst zusammenraufen. Bei der Gründung der Gesellschaft zur Errichtung eines Dementenheimes war sogar die Arbeiterwohlfahrt noch dabei.
Diese zog sich später zurück und baut nun ihr eigenes Dementenheim in der Oberen Dunkelgasse/Teichgasse in Reichenbach. Das DRK wollte nach anfänglichen Überlegungen doch nicht mitbauen und schloss sich den Initiatoren erst später wieder an. Mittlerweile sind die Aufgaben verteilt. Danach soll sich die Lebenshilfe um Verwaltung und Heimleitung kümmern. Die Diakonie übernimmt den Pflege- und Betreuungsbereich. Und dem DRK obliegen Technik und Logistik.
Seit Anfang September wird gebaut. Den Rohbau, der bis Ende des Jahres fertig sein soll, errichtet die Firma Bittermann Bau aus Lengenfeld. Für den Innenausbau plant Geschäftsführer Fredo Georgi fünf Monate ein, denn Ende Mai kommenden Jahres will er bereits Einzug feiern. Dann, so hofft er, steht ein Haus zur Verfügung, in dem dementiell erkrankte Menschen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen und sich relativ frei bewegen können. „Insel der Erinnerung“ bezeichnet Georgi den Neubau und „zu Stein gewordener Teil einer großen Idee“. Grundlage dafür ist der eingeschossige Bau, der durch seine besondere Architektur, durch Rasendächer und begrünte Innenhöfe die Verbundenheit seiner Bewohner mit der Natur stärkt. ina
2009-09-16
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