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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Wasserqualität in Talsperren Pirk und Pöhl gut

Wasserqualität gut - der ökologische Zustand nicht: Sachsens Regierung bezeichnet ihn als mäßig beziehungsweise unbefriedigend. Dieses Zeugnis bekommen die vogtländischen Talsperren Pöhl und Pirk ausgestellt. Das geht aus einer Anfrage von Bündnis 90 / Die Grünen zur Öko-Bilanz von Sachsens Gewässern hervor.

Von Mario Wild

Pirk /Pöhl - "Ich bin schockiert", sagt Ilona Kühner, Geschäftsführerin der Naherholung Talsperre Pirk Gmbh. Das Wetter hat sie nicht gemeint - sondern die Tatsache, dass der Pirk ein unbefriedigendes Ökosystem und eine hohe Algenbelastung bescheinigt wird. Nur wenig bessere Ergebnisse bekam die Pöhl attestiert - "mäßig" hieß es in beiden Kategorien. Aber: Die Wasserqualität wird bei beiden Talsperren als gut eingeschätzt, und eine Überschreitung der Schadstoffe wird nicht festgestellt.

Wie die Ergebnisse in puncto hohe Algenbelastung zustande kommen, kann sich Kühner nicht erklären. Algen-Probleme in dieser Hinsicht gebe es seit der Generalüberholung (2007 bis 2009) nicht mehr, bei der 450 000 Kubikmeter Sedimente entfernt worden sind - das Wasser sei "quellsauber".

Eine "Algenmassenentwicklung" stellt auch der Fachbereich Umwelthygiene des Vogtlandkreises nicht fest. Einmal pro Monat werden die Talsperren Falkenstein, Pöhl und Pirk in der Badesaison untersucht. "Dass die eine oder andere Alge in einem natürlichen Gewässer vorkomme, ist normal. Von hoher Belastung oder gar einer 'Algenmassenentwicklung' kann keine Rede sein", so Marion Gehring vom Fachbereich Umwelthygiene des Vogtlandkreises auf Anfrage. Sie und ihre Kollegen prüfen nicht nur den Algenwuchs, sondern auch Dinge wie Sichttiefe oder das Vorhandensein eventueller schädlicher Bakterien in den Gewässer. Auch hier gilt sowohl für die Pirk als auch die Pöhl: alles im grünen Bereich.

Sorge bereitet allerdings bei 85 Prozent aller sächsischen Gewässer deren Öko-Systeme. Nur 23 Gewässer erhalten das Prädikat gut. 141 Mal heißt es mäßig - darunter die Pöhl. Die Note unbefriedigend (Pirk) gibt es 106 Mal. 217 Mal heißt es schlecht. Und das muss bis spätestens 2021 in einem "guten Zustand" gebracht werden - so sieht es die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor.

Ein "guter ökologischer Zustand" ist dann erreicht, wenn sich die Zusammensetzung der vier `sogenannten Qualitätskomponenten Fische, wirbellose Tiere, Plankton und Wasserpflanzen nur geringfügig von der natürlichen Situation ohne menschliche Eingriffe unterscheidet. "Unterstützend zur Beurteilung werden die Wasserbeschaffenheit, das Aussehen und der technische Zustand von Gewässerbett, Ufer und Aue sowie allgemeine chemische und physikalisch-chemische Parameter herangezogen", so geht aus der Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Das Problem: Den Talsperrenbetreibern sind bei möglichen Verbesserungsmaßnahmen in diesem Bereich fast die Hände gebunden. Einleitungen wie Abwässer und Düngemittel - die beispielsweise auch das Algen-Wachstum begünstigen können - müssten bereits bei den Zuflüssen (zum Beispiel der Weißen Elster) beziehungsweise deren Seitenbächen unterbunden werden, so der Plauener Grünen-Stadtrat Dieter Rappenhöner. Sind diese Dinge, die das Öko-System der Gewässer schädigen, erst einmal in der Talsperre, ist es meistens bereits zu spät.

Ein erster Schritt: Bis 2015 müssen alle Kleinkläranlagen mit einer biologischen Reinigungsstufe nachgerüstet werden müssen, um das Abwasser fast vollständig von Keimen und Stickstoff zu säubern. Zudem müsse die biologische Landwirtschaft stärker gefördert werden, so Gisela Kaltenbach, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Experten sprechen sich außerdem dafür aus, den Gewässern mehr Platz und breitere Uferbereiche einzuräumen - sonst droht eine weitere Verschlechterung des ökologischen Zustands der Seen und Flüsse - trotz eigentlich guter Wasserqualität.

2011-08-08




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