Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Volker Arnold: Geschäftsführer im Kreuzverhör

Plauen – Volker Arnold wurde jüngst zum kaufmännischen Geschäftsführer des Theaters Plauen-Zwickau berufen. Sein Amt tritt er zum 1. August dieses Jahres an. Der befristete Vertrag der bisherigen kaufmännischen Geschäftsführerin Renate Wünsche endet zum 31. Juli. Ihr nun quasi besiegelter Weggang hatte im Vorfeld Presse wie Theaterfreunde gleichermaßen bewegt und für kontroverse Diskussionen gesorgt. Wobei ein gewisses Unverständnis vorherrschte, den Vertrag der ausgewiesenen Expertin in Sachen Theater nicht zu verlängern. Nun also wird Volker Arnold ihr berufliches Erbe antreten. Arnold ist verheiratet und war bis jetzt kaufmännischer Geschäftsführer des Dresdener Kabarett-Theaters „Die Herkuleskeule“. Die Stadträte fühlten dem Dresdner auf den Zahn und nahmen ihn ins Kreuzverhör.
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Zusammenarbeit
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 Und da war die Frage von Sven Gerbeth (FDP), ob der Neue seine Wehrpflicht absolviert habe, noch die harmloseste. „Gedient“ habe er nie, so Arnold, Grund sei seine Ausmusterung gewesen. Zuvor hatte Täschner die rechtlich etwas komplizierte Tatsache erklärt, weshalb auch der Stadtrat über eine Ab- bzw. Neuberufung eines Geschäftsführers am Theater befinden muss. Wolfgang Hinz (Linke) wollte beispielsweise wissen, welchen Einfluss der „Kaufmännische“ auf die Gestaltung des Spielplanes habe, wenn die Wahl der Stücke auch auf den ökonomischen Bereich Einfluss haben. In der Regel sei für den Spielplan der Intendant verantwortlich, so Bürgermeister Uwe Täschner. Bei Meinungsverschiedenheiten habe der Aufsichtsrat das letzte Wort. Das wird er kaum haben müssen, denn Arnold und der ebenfalls anwesende designierte Intendant Roland May bescheinigten sich gegenseitig, gut zusammen arbeiten zu wollen.


Kultursachverständiger Wolfgang Rudloff (FDP) hat da wohl eher seine Zweifel. „Am Theater steht uns in nächster Zeit einiges bevor, wofür wir alle Verantwortung tragen“, mahnte er seine Stadtratskollegen. Herr Arnold werde sich sicher bemühen, aber ob das ausreiche?, stellte er seine Skepsis als Frage in den Raum. Deutlicher wurde Hansjürgen Fleischer (CDU). Es sei eine alte militärische Weisheit, dass ein General nie ohne Offiziere und Soldaten eine Schlacht gewinnen könne. Und noch eine Spur deftiger an Arnold gewandt: „Möchten Sie lieber auf dem Dorf der Erste, als in der Stadt der Zweite sein?“, fragte er in Anspielung von Arnolds Wechsel von Dresden nach Plauen. Dem sprang der OB umgehend zur Seite. Der Kaufmänische des Theaters Plauen-Zwickau habe immerhin die Verantwortung über 16 Millionen Euro, keine andere GmbH erhalte mehr öffentliche Mittel als das Theater. Und auch Arnold gab sich erfreut, nun in einer „ganz anderen Dimension“ Verantwortung zu tragen. Im nicht öffentlichen Teil kam dann auch der künftige Intendant Roland May zu Wort, der bis dahin im Zuschauerbereich Platz genommen hatte. Zwischen ihm und der ebenfalls anwesenden Renate Wünsche hätte der räumliche Abstand an diesem Nachmittag nicht größer sein können.

 

Torsten Piontkowski




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