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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Verbraucherzentrale: Sechs Vogtländer abgezockt
Vogtland – Sechs Vogtländer sprachen in den vergangenen Tagen bei Magdolna König von der Verbraucherzentrale Plauen vor, die jeweils 10 000 Euro in ein Produkt der ALAG – Auto-Mobil GmbH & Co. KG für die Altersvorsorge einzahlten. Telefonisch wurden sie auf das Produkt aufmerksam, bis dann wenige Tage später ein Vertriebsmitarbeiter vorbeischaute und alles in schriftliche Form goss.
Vollmundig versprach der junge Mann beinahe das Blaue vom Himmel mit Toprendite, beeindruckender Wertsteigerung und Sicherheiten. So sollten eine doppelte Bonitätsprüfung durch Leasinggesellschaft und Bank erfolgen, das Anlagevermögen durch Versicherungen sowie zusätzlich durch Bürgschaften und Kautionen abgesichert sein – doch das bittere Erwachen kam in den vergangenen Tagen: Denn der Betreiber hatte für diesen Leasingfonds die Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben, wusste die oberste Plauener Verbraucherschützerin im Gespräch mit unserer Zeitung zu berichten. Das vermeintliche Witwen- und Waisenpapier entpuppte sich als hochriskante atypisch stille Beteiligung, in der im Extremfall das ganze Geld futsch ist. Diese Gefahr besteht nun tatsächlich.
Im aktuellen Beispiel handelt es sich um einen Leasingfonds der ALAG. Für weitere wird noch immer Geld gesammelt. Herausgegeben wurden diese Fonds vom Hamburger Emissionshaus Rothmann & Cie AG, nachdem bereits ein früherer Fonds dieses Hauses, der OstWest International Leasing OWL AG, vor zwei Jahren zahlungsunfähig wurde.
Atypische stille Beteiligungen gehören zum sogenannten Grauen Kapitalmarkt, der keiner staatlichen Kontrolle unterliegt. Ebenso hätten die Verbraucher während der Laufzeit keinen Zugriff auf ihr eingezahltes Geld, unterstrich Frau König. Könnten es also auch nicht abziehen, sollte der Totalverlust drohen. Schließlich seien sie unternehmerisch am Wohl und Wehe des Fonds beteiligt. So könnte auch eine Nachschusspflicht drohen, wenn zusätzliches Geld benötigt würde. Und diese Gefahr für die Anlieger sei sehr groß, wie die Verbraucherschützerin feststellte. So gebe es ein Schreiben der ALAG vom 7. Juli dieses Jahres, in der auf die Verpflichtung der Anleger zur Ratenzahlung bis zur vereinbarten Höhe verwiesen wird und jene Anleger, die die Summe einmalig gezahlt hätten, müssten die erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen.
Die Chancen für die Anleger seien aber nicht so schlecht. Im Falle einer fehlerhaften Aufklärung bei der Vermittlung des Produkts seien die Anleger berechtigt, weitere Zahlungen zu verweigern. Es bestünde sogar die rechtliche Chance, sämtliche geleisteten Zahlungen von der Gesellschaft zurück zu verlangen. Nicht zu vergessen die Vermittlerhaftung. „Dafür ist aber eine fachkundige Beratung der geprellten Anleger nötig, gepaart mit einem schnellen Handeln der Betroffenen“, so Frau König. Generell sollten von Produkten des Grauen Kapitalmarkts die Finger gelassen werden, meint die Verbraucherschützerin und verweist auf die Beratung in der Einrichtung am Oberen Steinweg 5. Bert Walther
2009-08-17
Kommentar zu Verbraucherzentrale: Sechs Vogtländer abgezockt?
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