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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Sternwanderung beginnt mit Gedenktafel-Einweihung
Ullitz – Am Vormittag des 12. November 1989 beginnt für die älteren Bürger in der Ortschaft Ullitz eine neue Zeitrechnung. Von 9.38 Uhr an schiebt sich ein nicht enden wollender Strom Trabis Stoßstange an Stoßstange auf der alten B 173 von Plauen her in Richtung Hof.
Schier Unvorstellbares war geschehen. Der Grenzübergang Ullitz-Blosenberg war geöffnet worden, nur knapp sieben Wochen, nachdem die ersten Züge aus der Prager Botschaft den Hofer Hauptbahnhof erreicht hatten. Fast 40 Jahre lang lebten die Menschen bis zum Jahr 1989 hier in den paar Häusern auf dem Gebiet der Gemeinde Trogen praktisch am Ende der Welt. Kaum einen Steinwurf weg vom Schlagbaum, der die Staatsgrenze zur DDR markiert, die bald nur noch Geschichte sein sollte. Die Mauern begannen zu bröckeln und sollten fallen. Die B 173 heute ist wieder pulsierende Verkehrsader zwischen dem sächsischen Vogtland und Oberfranken. Die Tage der Montagsdemonstrationen in Plauen, Leipzig und Dresden sowie des Mauerfalls jähren sich zum 20. Mal.
Aus diesem Anlass werden laut der sogenannten Brocken-Erklärung, einer Vereinbarung der Verkehrsministerkonferenz, die 2007 im Harz tagte, an 109 Orten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze Gedenktafeln aufgestellt. Gestern Vormittag enthüllten deshalb der Hofer Landrat Bernd Hering, der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner sowie Friedrich Reichel und Hansjoachim Weiß als Vertreter der Stadt Plauen eine dieser Gedenktafeln an der B 173 bei Ullitz. Die Tafel möge Erinnerung und Mahnung sein, sagten Fichtner, Hering und Reichel in kurzen Redebeiträgen. Auch Dalibor Blazek unterstrich die große Bedeutung, die der Mauerfall für Europa hatte.
Annähernd 400 Menschen verfolgten den Festakt an der ehemaligen Grenze, darunter auch viele Zeitzeugen. Ein Wiedersehen feierten etwa Albrecht Gemeinhardt aus Sachsgrün und Karl Becher, der damalige Trogener Bürgermeister. Gemeinhardt passierte am 12. November 1989 als erster in seinem Trabi die Grenze und wurde von Becher mit Sekt begrüßt. Eingebettet war der Festakt in die traditionelle Sternwanderung Hof – Plauen – Asch. Die Wanderer setzten anschließend ihren Weg fort bis zum Ziel, den Theresienstein in Hof. Hier erhielten alle Teilnehmer eine Gedenkmünze. Im Landkreis Hof werden übrigens weitere Gedenktafeln aufgestellt: bei Nentschau-Posseck, Töpen und Hirschberg. va
2009-10-12
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