Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Sternstunde der Lauf-Superlative

maratrhon30Bad Schlema – Das war einmalig und kommt wohl auch so schnell nicht wieder: Waldemar Cierpinski, Stephan Freigang und Jörg Peter, Deutschlands „ewige“ Langlaufelite, saßen an einem Tisch.
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Zwei Mal Gold
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Waldemar Cierpinski, 1976 in Montreal und 1980 in Moskau Goldmedaillengewinner im Marathonlauf bei Olympischen Spielen, ist auf der Welt der einzige lebende Läufer, dem dies gelang. Vor ihm schaffte das nur der bereits verstorbene Äthiopier Abebe Bikila, der barfuss laufend in Rom (1960) und vier Jahre später in Tokio Olympiasieger wurde. Unvergessen bei Cierpinski zweiter Goldmedaille ist selbst bei Sportmuffeln Sportreporter Heinz Florian Oertels Satz: „Liebe Väter zuhaus, haben Sie Mut, nennen Sie Ihre Söhne Waldemar!“
Stephan Freigang errang 1992 bei Olympia in Barcelona eine Bronzemedaille. Cierpinski und Freigang sind damit die bislang einzigen deutschen Medaillengewinner im Lauf über 42195 Meter bei Olympischen Spielen.
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Der Rekordhalter
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Jörg Peter ist immer noch der amtierende deutsche Rekordhalter im Marathonlauf. In der ewigen Bestenliste der deutschen Marathonläufer nehmen diese drei Sportler den ersten, vierten und fünften Rang ein. Der Dresdner Jörg Peter (Jahrgang 1955) lief beim Tokio-Marathon die bislang schnellste Zeit eines deutschen Marathonläufers: 2:08,47 Stunden; das war im Jahre 1988 und der Rekord gilt noch immer. Stephan Freigang (Jahrgang 1967) lief mit 2:09,45 Stunden die vierschnellste Zeit aller deutschen Marathonläufer am 30. September 1990 beim Berlin Marathon, als es zum ersten Mal wieder möglich war, durchs Brandenburger Tor zu laufen. Und mit seiner Siegerzeit von Montreal von 2:09,55 Stunden im Jahre 1976 ist der im nächsten Jahr in die M 60 wechselnde Hallenser Waldemar Cierpinski in den Top Ten der deutschen Marathonläufer noch immer auf Platz fünf.
Am Samstag trafen sich am Abend vor der 20. Auflage der Lößnitzer Runde im ehrwürdigen Kulturhaus „Aktivist“ in Bad Schlema diese Helden des Langstreckenlaufs, um in einem Sportlerforum „Von Läufern für Läufer“ über all das zu reden, was ein Läuferherz höher schlagen lässt. Eingeladen wurde dazu vom Ski- und Laufverein Lößnitz (SuL Lößnitz) und möglich gemacht hatte diese Sternstunde der Lauf-Superlative der deutsche Vizemeister im 100-Kilometer-Lauf, Thomas König (SuL Lößnitz).
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Trail-Weltmeister
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Mit im Podium saß auch Ilona Pfeiffer, deutsche Marathonmeisterin des Jahres 2007 vom Borgholzhausener Partnerverein der Lößnitzer. Die Runde komplettierte der Erzgebirger Marco Hösel, sechsmaliger Weltmeister im Trail und Mountainbike. Den Abend moderierte der Freizeit-Marathonläufer Dr. Lutz Behrens, Redakteur dieser Zeitung.
In zwei spannenden Stunden gaben die Weltklasseläufer Auskunft: über Trainingsformen, mit denen sich Waldemar Cierpinski quälte, um im olympischen Marathon 1980 von Kilometer 35 bis 40 (hier lauert der „Mann mit dem Hammer“!) eine Zeit von 14 Minuten und 45 Sekunden laufen zu können; über die dramatischen letzten 400 Meter beim Olympiamarathon im Jahre 1992 von Barcelona, die Stephan Freigang beherzt nutzte, um doch noch eine Medaille zu erkämpfen, nachdem er bereits auf Rang vier zurückgefallen war; oder auf die an den Rekordhalter Jörg Peter gerichtete Frage, wie er es sich denn erkläre, dass sein Marathonrekord seit sage und schreibe 21 Jahren Bestand hat.
„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ Mit diesem Satz des Jahrhundertläufers Emil Zatopek verabschiedete der Moderator die Weltklassesportler und die Besucher des Läuferforums, von denen viele am nächsten Tag hoch motiviert die 20. Lößnitzer Runde unter ihre flinken Füße nahmen.  L.B.




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