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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Spurensuche geht auch nach 22 Jahren weiter
Altensalz/Zwickau – Übermorgen jährt sich der Mord an Heike Wunderlich zum 22. Mal: Die damals 18-jährige Altensalzerin wurde in der Nacht zum 10. April 1987 im Voigtsgrüner Wald vergewaltigt und erwürgt. Zur Jahrtausendwende hatte die Mordkommission Zwickau die 1989 ohne Ergebnis geschlossenen Akten wieder geöffnet, da die Fahnder auf moderne DNA-Tests hofften. Auf Kleidungsstücken der Ermordeten, die seit der Tat aufbewahrt werden, konnte im Landeskriminalamt ein genetischer Fingerabdruck isoliert werden. Die Polizei suchte intensiv nach dem Mann, zu dem die DNA-Spur passte. Seitdem gaben rund 3000 Männer Speichelproben ab. Es gab jedoch keine Übereinstimmung. Der Fall Heike Wunderlich füllt inzwischen an die 100 Aktenordner. Nun setzt die Kriminalpolizei ihre Hoffnungen auf die ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“.
„Das ist die letzte Chance“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau. Die junge Stickerin im VEB Plauener Gardine war am 9. April verschwunden, einen Tag später wurde ihre nackte Leiche gefunden. Nach wie vor richtet sich die Suche der Polizei auch auf zwei Zeugen, die bislang noch nicht namentlich bekannt gemacht werden konnten. Dabei handelt es sich zum einen um den Besitzer eines 353er Wartburg (Limousine, hellgrün bis dunkelgelb), der 1987 etwa 30 bis 38 Jahre alt gewesen sein muss und mit Heike Wunderlich zusammen gesehen worden ist. Zum anderen wird ein etwa 18- bis 20-jähriger Mann gesucht, den die Eltern ein Jahr nach dem Verbrechen am 13. Juni 1988 am Grab ihrer Tochter Heike auf dem Friedhof von Altensalz gesehen hatten (siehe Phantombild vom Juni 1988).
Außerdem hoffen die Ermittler auf Anrufe von Menschen, die bisher nicht zu dem Mord gehört sowie auf Zeugen, die damals von der Staatssicherheit befragt wurden. Diese hatte in der DDR eigene Ermittlungen bei Kapitalverbrechen durchgeführt. Jene Zeugen also, die seit dem Jahr 2000 nicht noch einmal befragt wurden. Denn nicht mehr alle Altakten seien für die heutigen Ermittler greifbar. Aber auch Zeugen, die noch nie gegenüber der Polizei ausgesagt haben, jedoch Hinweise zum Sachverhalt geben können, sind für die Kripo-Beamten von Interesse.
Morgen wird der Fall ab 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt. Dabei werden auch noch einmal ausführlich die Fragen der Kripo zum Fall thematisiert. „Wir möchten ein breites Publikum auf diese Sendung aufmerksam machen, um möglichst zu neuen Zeugenhinweisen zu gelangen. Da der Fall ins Jahr 1987 datiert ist es sehr wahrscheinlich, dass damals im Vogtland ansässige Zeugen zwischenzeitlich in angrenzende nordbayerische oder ostthüringische Gebiete umgezogen sind“, so die Ermittler.
Vor zwei Jahren mit der Festnahme des mehrfachen Prostituiertenmörders Volker Eckert war er von der in ermittelnden Polizei in Bayreuth die Rede, dass der aus Oelsnitz stammende Fernfahrer auch der Mörder von Heike Wunderlich sei. Später wurde die Aussage widerrufen.
Wie die Eltern hoffen auch die Menschen in Altensalz, dass das Verbrechen von vor 22 Jahren endlich aufgeklärt werden möge. Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.
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