Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Schnitzereien für den Vogtlandtag in Reuth

Skulptur1Rodersdorf – ,,Holz lebt“ bei Erich Seifert aus Rodersdorf. Dies beweist er mit extra angefertigten Figuren für den Tag der Vogtländer in Reuth. 15 Figuren stehen zur Abholung bereit in seinem Garten. In und um die Bushaltestelle in Reuth werden sie aufgebaut. Einige sind unter dem Motto ,,Bauer sucht Frau“ entstanden, aber auch Stefanie Hertel (im Bild) wird sich bei den Figuren wieder finden.

 

,,Wenn zu Plauen Vater und Sohn gehört, dann habe ich hier Mutter und Tochter.“, sagt der 86-jährige und zeigt auf eine große Holztafel, auf der das Mädchen wie Pippi Langstrumpf aussieht. Aus einem prägenden Erlebnis in der Kriegszeit heraus begann er mit dem Bearbeiten von Holz. Oft nur Rasierklinge und Schraubenzieher blieben ihm dafür.


Einmal verschaffte ihm sein Können sogar Vorteile während des Krieges. Bei der Arbeit in der Küche schnitzte er Figuren aus Süßkartoffeln. Damit machte er Eindruck und bekam kurzerhand eine bessere Stelle. Am liebsten arbeitet er mit Ahorn, Linde und Esche. Alle seine Werke bewahrt er auf. Hat sich sogar sein eigenes kleines Museum eingerichtet. Im ehemaligen Hühnerstall kann so einiges entdeckt werden. Sein Motto ,,Von der Wiege zur Bahre“ spiegelt sich oft wieder und stellt den Kreislauf des Lebens dar. Aber auch Dokumente oder alte Schriftstücke machen neugierig. Ins Auge fallen Schnitzereien aus einem nicht üblichen Holz. Echtes Feigenholz, früher habe er davon ab und zu mal ein Stück in die Hand bekommen, erinnert er sich.

 

Auf Pflaumenbaum sind die Brücken des Vogtlandes zu sehen. Doch auch Fotos und Zeitungsausschnitte dokumentieren teilweise sogar die Entstehung und den Bau der gleichen. Wie ein roter Faden zieht sich ein Frauenfigur durch sein Schaffen. Auf Holz gebracht oder als Figur, genau geformt oder auch in abstrakter Form immer wieder zu finden. ,,Im Schatten der schwarzen Nelli“, nennt er sie. 1945 als Krieggefangener in Marseille schaute er mit Kameraden durch ein Fenster. Dort feierten ausgelassen die Amerikaner und ließen Frauen für sich auf dem Tisch tanzen. Und eine dieser Frauen blieb Erich Seifert für immer im Gedächtnis. Es ist wohl so etwa wie eine Muse für ihn, die er immer wieder zum Leben erweckt. sr

 

2009-08-12




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