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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Rätsel: Hat ein Hund ein Reh in Weischlitz gerissen?
Weischlitz – ,,Ich bin seit über zwanzig Jahren hier. Sowas gab es in der Zeit nie. Ich bin richtig schockiert“, sagt Kerstin Frenzel, Pächterin des Jagdgebietes Weischlitz-Rosenberg, fassungslos. Am Dienstagvormittag erhielt sie einen Anruf von Jagdschein-Inhaber Andre Klebert, der sie über ein tot aufgefundenes Reh informierte.
Ein Bauer habe es früh auf der Wiese neben der Forellenzuchtanlage in Weischlitz liegen sehen und ihn informiert. Beim Anblick des toten Tieres war sofort klar – es wurde gerissen. Im Umkreis von mindestens zehn Metern lagen Gedärme. Das Innereien war heraus gerissen, der Bauch aufgebrochen – und die Kehle aufgebissen.
Am Mittwoch dann machten sich Pächterin Frenzel sowie Jäger Hartmut Göthel selbst ein Bild und waren entsetzt. Göthel, der seit über 40 Jahren den Jagdschein besitzt und schon in vielen Regionen unterwegs war, habe so etwas auch noch nicht gesehen. ,,Sicher verendet mal ein Reh oder wird angeschossen und nicht gefunden. Natürlich machen sich daran Fuchs oder Wildschweine zu schaffen. Aber das sieht anders aus. Ich bin davon überzeugt das ist ,Profiarbeit’. Wenn das ein Hund war, dann wusste er genau, was er tat und es war nicht seine erste und letzte Aktion“, ist Göthel überzeugt.
Was genau passiert ist und welches Tier sich an dem einjähiges Reh zu schaffen machte wird im Moment noch erforscht. Diplom-Biologe Michael Fasel ist Abteilungsleiter im Amt für Wald, Natur und Landschaft in Liechtenstein und auf dem Gebiet der Risse sehr bewandert. Er erklärte Unterschiede zwischen Hundeartigen (dazu gehören auch Wölfe), Fuchs und Luchs und vermittelte weitere Kontakte in Deutschland, wo wir auch bei der TU Dresden – Abteilung Forstzoologie schnell und unkompliziert Hilfe erhielten. Biologen und Jäger sind von einem Riss, gleich welcher Art überzeugt.
Die Untere Jagdbehörde sowie das Veterinäramt des Vogtlandkreis sprachen jedoch davon (nach Sichtung eines Bildes), dass es solche Vorfälle öfters gäbe und das Reh entweder tot umgefallen und angefressen worden sei oder angefahren wurde. Über eine solche Antwort schüttelten die Jäger den Kopf. Seien sie doch aufgefordert worden über Vorfälle, die nicht alltäglich sind, zu informieren und in Kenntnis zu setzen. Und dann eine solche Aussage... Die Frage, die sich den Jägern stellt: Wurde das Reh von einem Hund gerissen oder von einem anderen Tier? Selbst wenn es „nur“ ein Hund war, sei dies nicht ganz ungefährlich und bedarf der Nachforschung.
Sollte ein Hundebesitzer sein Tier am Dienstagfrüh blutverschmiert oder durch die Gedärme stinkend vorgefunden haben, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Hund an dem Reh zu schaffen gemacht hat. Selbst wenn er das erste Mal gejagt hat, bestehe die Gefahr der Wiederholung. Ein derartiges Erfolgserlebnis lasse auch einen ,,normalen“ Hund im wahrsten Sinne des Wortes Blut lecken.
Die Jäger appellieren deshalb an die Hundehalter wachsam zu sein. Beobachtungen in diesem Zusammenhang dienen der schnelleren Aufklärung. In den nächsten Tagen wollen die Jäger auf eigene Faust weiter analysieren, wie das Reh ums Leben kam und welche Spuren noch Hinweise geben könnten. Mehrere Fachleute interessieren sich dafür, denn auch für sie bringen solche Funde wichtige Hinweise und Erkenntnisse. Um bei einem derartigen Fund richtig reagieren zu können wünschen sich Jäger zentrale Anlaufstellen, an die sich bei Fragen wenden können. Denn wie im aktuellen Fall hat es lange gedauert, bis ein kompetenter Ansprechpartner die Fäden in die Hand nahm und sich kümmert. Stephanie Rössel
2009-09-18
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