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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Betrugsvorwürfe: Vogtländer ums Finale gebracht?
Vilshofen/Syrau/Reuth – Auf den deutschen Vorentscheid im „Alpen Grand Prix“ am vergangenen Samstag in Vilshofen hatten sich die Drachenburg Musikanten Egbert, Beatrix und Maxl Pelz gemeinsam mit ihrem Background-Chor der Plauener Friedensschule ebenso gefreut wie die beiden Mädchen Selina und Loreen Kaiser aus Dehles. Doch nun geht die Nachricht im Internet unter www. smaga.net um die Welt, dass bei der Wahl der Finalisten manipuliert worden sei.
19 Teilnehmer traten zum Vorentscheid in den beiden Kategorien Schlager (9) und volkstümlicher Schlager (10) an. Die jeweils vier Bestplatzierten dürfen im Oktober zum Alpen Grand Prix nach Meran reisen. Die Wertung fand einmal durch eine sechsköpfige Jury vor Ort, durch Fernsehzuschauer und Radiohörer statt. Einer der sechs Juroren vor Ort war auch der smago-Chefredakteur Andy Tichler, der dem Veranstalter Christian Lanz Betrug vorwirft. Und sollte es so sein, sind die beiden Dehleser Mädchen, die in der Kategorie volkstümlicher Schlager mit ihrem Lied „Hallo Welt“ antraten, die besonders Gelackmeierten.
Selina & Loreen, die erst seit zwei Jahren professionell Musik machen, waren beim Radio-Entscheid auf den ersten Platz gewählt, aber dann vom Veranstalter aus der Wertung genommen worden. „Würde man diese Kinder tatsächlich ins Finale nach Meran schicken, wäre das Resultat, dass die Kinder in Meran ganz weit hinten landen würden. Besser wäre es doch, die Kinder außer Konkurrenz in Meran auftreten zu lassen“, zitiert Tichler den Veranstalter.
Und so wurden die teilnehmenden Kinder Selina & Loreen und Enrico aus der Wertung genommen und ihnen die Teilnahme beim Kinderwettbewerb in Meran als ganz besonderes Bonbon verklickert. Doch das heißt, ein Auftritt außer Konkurrenz. Die Mädchen wurden um den Lohn ihres musikalischen Könnens gebracht, denn sie hätten den Sprung ins Finale geschafft. Statt ihrer dürfen nun andere um den Alpen Grand Prix wetteifern.
“Wir haben die Wertung sportlich gesehen, weil wir ja da auch noch nicht wussten, was hinter den Kulissen so abging“, sagte gestern Egbert Pelz. „Da nur die vier Finalteilnehmer verkündet wurden, wissen wir auch nicht, welchen Platz unter den neun Teilnehmern der Sparte Schlager wir erreicht haben. Ich weiß nur eins, es war ein super Auftritt und das Sextett der Friedensschule, das uns bei unserem Song „Ich sing ein Lied“ als Chor und mit ihrer einstudierten Choreographie begleitete, war super gut drauf. Es war ein wunderschöner Tag für die sieben, die so etwas zum ersten Mal erleben duften. Schön wäre es gewesen, wenn alles noch ehrlich über die Bühne gegangen wäre.“ Ihr Produzenten Georg Wörle schrieb gestern an die Drachenburger: „Euer Auftritt war super durchdacht wie man es besser nicht machen kann. Macht euch wegen der Nichtplatzierung keine Gedanken.“ Ein österreichisches Kamerateam habe laut Pelz den Auftritt in Vilshofen aufgezeichnet, der auch bei YouTube zu sehen sei.
Pelz findet es für die Musikbranche gefährlich, wenn sie ihre Künstler durch Mauscheleien verheizt. „Jeder bereitet sich intensiv vor und freut sich auf einen fairen Wettbewerb. Da tut es weh, wenn man dann von Betrug erfährt. Mir tun auch die beiden Dehleser Mädels leid. An ihrer Stelle würde ich nicht nach Meran fahren. Denn außer der Wertung heißt auch, alle Kosten selbst zu tragen. Und mit der Aussicht auf einen Finalplatz würde ich nun nicht nur als Pausenfüller auftreten wollen.“ M. T.
2010-05-18
Kommentar zu Betrugsvorwürfe: Vogtländer ums Finale gebracht??
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