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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Neuer Theater Intendant May kritisiert Vorgänger
Zwickau/Plauen - Der designierte Intendant des Theaters Plauen-Zwickau, Roland May, hat die Personalpolitik seiner Vorgänger kritisiert. Er halte nichts davon, über viele Jahre mit dem gleichen Ensemble zu arbeiten und Verträge automatisch zu verlängern, sagte May in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Zwickau.
So könne ein Theater auf Dauer nicht leistungsfähig bleiben. Um seinem künstlerischen Anspruch treuzubleiben, nehme er daher auch in Kauf, «erst einmal der Buhmann zu sein». «Die Kritik des Kahlschlags war am Anfang teils berechtigt», räumte May ein. Doch dass 40 Künstler nun das Theater verlassen, sei bei einem Intendantenwechsel nichts Ungewöhnliches.
Kritik übte er auch an den Gesellschaftern des Theaters, den Städten Zwickau und Plauen. «Wären wir das vergangene Jahr schon durchgängig vor Ort gewesen, wie es eigentlich üblich ist, wäre es nie zu diesen vielen Kündigungen gekommen.» So aber hätte er kurz nach seiner Berufung aufgrund der Kündigungsfristen innerhalb weniger Wochen entscheiden müssen, wer bleibt und wer geht, ohne sich die Künstler vorher ansehen zu können.
May will künftig vor allem junge Leute in die Vorstellungen locken. Bisher sei der Spielplan größtenteils auf ein älteres Publikum ausgerichtet gewesen. Dieses Versäumnis wolle er unverzüglich aufholen, sagte May. Dies sei ihm als Intendant des Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau bereits einmal erfolgreich gelungen.
Vor allem bei den Abonnenten hat der studierte Schauspieler noch vor seinem richtigen Start jeden Bonus aufgebraucht. Aus wirtschaftlichen Gründen legte der neue Theaterchef zur Spielzeit 2009/2010 Abonnements zusammen. Die Folge: Mehr als 170 Kündigungen in beiden Städten. «Auch das hätte man schon viel eher anpacken müssen», kritisierte May. Nachholbedarf gebe es auch bei der ästhetischen Vermittlung von Inhalten. Überregional spiele das Theater der viertgrößten sächsischen Stadt überhaupt keine Rolle.
Roland May wurde 1955 in Weimar geboren und wuchs in Potsdam auf. Bereits als Schüler arbeitete er als Statist bei der Defa und probierte sich in ersten Nebenrollen aus. Später studierte er in Leipzig Schauspiel und war unter anderem am Dresdner Staatsschauspiel engagiert. Ende der 1980er Jahre begann er, eigene Stücke zu inszenieren. Seit 2001 ist er Intendant in Zittau.
2009-07-20
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