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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Varroamilbe schadet Bienen im Vogtland

310510 BienenPlauen – Er ist der „Bienen-König“ im Plauener Ortsteil Meßbach: Rolf Bauer. Der 70-jährige Vereinsvorsitzende des Imkervereins Plauen ist seit 1968 leidenschaftlicher Imker. Mit der einsetzenden und kurzen Rapsblüte fängt für die Honigbienen jetzt die anstrengste Zeit im Jahr an.

 

Auch für den Bienenexperte beginnt damit die Hochsaison.  Schon von weitem sind bei gutem Wetter Rolf Bauers Bienen in seinem Garten auf der Hofer Landstraße in Meßbach zu hören. Lautstark summt und brummt es vor den Bienenstöcken. 20 Völker besitzt der Imker. „Sanftmütig und nicht so stechlustig sind sie“, sagt er.


„Den Bienen geht es gut, aber sie bräuchten besseres Wetter.“ Die Arbeiterinnen seien durch den kühlen April und Mai im Vergleich zu anderen Jahren in den Rückstand geraten. Im letzten Jahr konnte Rolf Bauer Ende April bereits den ersten Honig ernten. In diesem Jahr wird es erst Anfang Juni frischen Honig geben, schätzt der ambitionierte Hobbyimker ein.


Problematisch war der lange Winter. „Die Bienen nagen am Hungertuch.“ Die Bienen werden im Spätsommer auf den Winter vorbereitet und mit Zuckerwasser angefüttert, erklärt der rüstige Meßbacher. Etwa 15 bis 20 Kilo Futter verputzt ein Volk bis zum Frühjahr. Füttert der Bienenhalter zu wenig an und es gibt einen langen Winter, wie in diesem Jahr, kann es eng werden für die Bienen.


Rolf Bauer musste den Verlust von einem Volk verkraften. Die Verluste bei den Imkern im Vogtland seien gering gewesen, so der Experte. Rund 15 Prozent der Bienenvölker hat es nicht über den harten Winter geschafft. Schnee und Eis macht den Bienen nicht zu schaffen, wie viele denken. „Kalte Winter schaden den Bienen überhaupt nicht. Sie überwintern im Stock und wärmen die Königin.“ Überwältigend ist die Leistung der Königin, die ihre Arbeit etwa vier bis fünf Jahre verrichtet. Bis zu 2000 Eier legt das Oberhaupt des Volkes bei guten Voraussetzungen pro Tag. Der Bestand im Bienenvolk wechselt je nach Jahreszeit. „Im März besteht ein Volk aus etwa 10 000 Bienen. Ende Mai sind es dann zwischen 50 000 und 60 000 Bienen“, erzählt Bauer.


Der größte Feind der Biene ist seit etwa 20 Jahren im Vogtland die so genannte Varroamilbe. Das etwa 1,6 Millimeter kleine Tier kann innerhalb weniger Tage ganze Völker ausrotten. „Ab 5000 Milben geht ein Volk kaputt“, so Bauer. Ab August, wenn die Honigproduktion endet, werden die Bienen mit Ameisensäure bedampft. Dies sei bisher die schonendste Möglichkeit, die aggressive Milbe zu bekämpfen.


„Probleme macht uns auch die Landwirtschaft“, sagt Imker Bauer. „Ende Mai ist alles verblüht. Es blüht dann nichts mehr.“ Schlechte Karten für die Bienen. Der Vereinsvorsitzende hat aus diesem Grund bereits mehrmals an die Landwirtschaft appelliert. Ohne Erfolg. Sein Vorschlag: Den Seitenstreifen auf den Feldern etwa fünf Meter frei lassen und nicht behandeln. So könnten die Bienen genügend Nahrung finden, wie die „wichtige“ Kornblume, die nahezu vollständig durch den Einsatz von Spritzmitteln aus den Feldern verschwunden ist, sagt Rolf Bauer: „Die Landwirtschaft hat da leider wenig einsehen.“

 

Von Martin Reißmann

 

2010-05-30




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