Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Vogtlandtheater sucht dringend Diaprojektoren

Plauen – Neue Wege beschreiten, kreativ arbeiten, Ideen verwirklichen – all das gehört zum Theater. Bühnenbildnerin Lea Dietrich und Regisseur Konradin Kunze haben nicht nur hohe Ansprüche an ihre Arbeit, sondern auch die nötige Leidenschaft dafür.

 

Zusammen mit Schauspieler Tom Keune und Dramaturgin Ulrike Carl geht es derzeit um die Umsetzung eines neuen Stückes. „Bombel“ soll im Dezember Premiere feiern, doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. Erst kürzlich startete das Theater einen Aufruf nach Diaprojektoren. Genau diese sind neben dem Schauspieler das Herzstück der Aufführung. Bombel, ein heruntergekommener Typ Ende 30, hat aufgrund seiner Alkoholsucht alles verloren. Haus, Familie, Freunde – weg. Die Einsamkeit treibt ihn täglich an eine Bushaltestelle, wo er die einzige Möglichkeit sieht, in Kontakt oder an Zigaretten und Alkohol zu kommen. Oft trifft er hier seinen Begleiter alkoholischer Abenteuer, Pietrek. Doch an jenem Tag, an jenem einsamen Tag, kommt niemand. So verstrickt er sich in Halluzinationen, Verfolgungswahn und führt Selbstgespräche. Geschichten vor allem aus seinem Trinkerleben, laufen vor seinem inneren Auge ab. Skurril und irgendwie unterhaltsam durchbrechen sie die depressive Ödnis um ihn herum.

 
Der Roman von Miroslaw Nahacz faszinierte Keune so sehr, dass er ihm sogar eine Website widmete. Es wird erzählt, dass der Autor die Figur Bombel nach dem Vorbild von Bewohnern seines Heimatortes schrieb. Geschichten vom Leben, von Träumen, Erfahrungen und Enttäuschung. Lange wurde überlegt, wie diesem Monolog der entsprechende Raum geboten werden kann. Auf dem Abriss einer Bankreihe der Bushaltestelle, umgeben von einer großen weißen Leinwand, einer Mischung aus Illusion und geerdetem Charme, sitzt er und spricht.
Und genau hier kommen die Diaprojektoren zum Einsatz. Auf die Leinwand werden mehrere Fotos projiziert, die zusammen ein Bild ergeben werden. Nicht akkurat, eher unregelmäßig, fantasievoll und trotzdem mit altertümlichem Anstrich. Eine Installation von 20 Geräten wird hinter der Wand angebracht. Sicher wird das Rauschen zu hören sein, das Klicken beim Nachladen, vielleicht fällt sogar einer aus.

 

Doch all das wird sich zunutze gemacht. Es soll Teil des Stückes werden. Das Bild verändert sich im Laufe der Vorstellung. Heller oder dunkler könnte es werden, eine Art Tagesablauf darstellen. Die Phasen der Dunkelheit zwischendurch sind Element. Während der Roman mit einem neuen Kapitel beginnt, unterstreicht hier die Technik eine neue Szene. Die Dias werden extra dafür gemacht. Aber auch Diaprojektoren werden noch dringend gesucht. „Es wäre wirklich schön, wenn sich noch mehr Leute bei uns melden und uns ein Gerät dauerhaft zur Verfügung stellen könnten. Wichtig ist aber, dass auch ein Magazin dabei ist. Wir holen sie uns gerne selbst ab und als Dankeschön gibt es Freikarten für das Stück. Ohne genügend Geräte wäre es leider so in der Form nicht umsetzbar“, erklärt Caroline Eschenbrenner, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am Theater, die unter 03741/28134806 zu erreichen ist.  

 

Von Stefanie Rössel

 

2009-11-11




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