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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Vergleich: Parallele Probleme in Hof und Plauen

Hof/Plauen – Woran soll man messen, wie gut, wie schlecht sich die Stadt Hof entwickelt? Im strukturpolitischen Kampf um mehr Fördermittel bedienen sich die Vertreter der Region gerne der südbayerischen Zahlen, die dort den Speck, hier ökonomischen Hunger belegen. Der Osten, einen Fußmarsch entfernt, rückt dann für gewöhnlich in die Ferne.


Perspektivenwechsel: Abseits aller Diskussionen um den Sinn oder Unsinn des Solis dürften etwa die Bürger Plauens ihrerseits von der wohlgenährten Saalestadt reden, auch wenn es durchaus parallele Probleme gibt. Seit der Wende hat die Arbeitslosenquote eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Zehn Jahre nach dem Mauerfall waren – für bayerische Verhältnisse – alarmierende 12 Prozent der Hofer ohne Arbeit. Die Quote stieg 2005 auf 15 Prozent. Danach entspannte sich die Lage, 2008 war die Zehn-Prozent-Marke unterschritten, 2009 liegt sie im Mittel bei bisher 7,9 Prozent.


Das sind Zahlen, die in Plauen aktuell utopisch sind. Die jüngste verfügbare Zahl aus der Nachbarstadt stammt aus dem Jahr 1996, damals waren 16,7 Prozent der Plauener arbeitslos, gar 17,9 Prozent waren es 2003. Auch wenn die Quote seither sinkt, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist – verglichen mit Hof – dramatisch schlecht. Im September diesen Jahres suchten 13,2 Prozent, also jeder achte Plauener eine Stelle. Mit diesen Zahlen liegt die Stadt noch gut einen Prozentpunkt über dem sächsischen Landesdurchschnitt, der in Bayern übrigens bei rund fünf Prozent liegt.


Unter dem Strich nehmen Plauen und Hof eine ähnliche Entwicklung, bei der Hof aber auf einem insgesamt höheren Niveau liegt. Eine deutliche Parallele gibt es auch bei der Einwohnerzahl. Beide Städte verlieren seit der Grenzöffnung massiv Menschen. Wobei Hof zunächst eine gegenläufige Entwicklung durchmachte. 1989 lebten 52 713 Menschen in der Saalestadt, nur ein Jahr später führte das Register 660 Menschen mehr. Seither geht es bergab: 2003 rutschte Hof unter die 50 000-Marke, 2008 lebten nur noch 46 997 Einwohner in der Stadt. Plauen erging es nicht besser. Ende 1990 zählte die Stadt 71 774 Einwohner, acht Jahre später lag die Zahl bei nur noch 66 305. Nach einem – künstlichen – Aufschwung durch mehrere Eingemeindungen stieg der Wert wieder auf fast 72 000, liegt aber nun wieder bei unter 67 000, Tendenz fallend.  hawe

 

2009-11-11




Kommentar zu Vergleich: Parallele Probleme in Hof und Plauen?

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