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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauener Brauerei will Logistik ausgliedern

Plauen – Die Plauener Sternquell Brauerei will den Bereich Logistik ausgliedern und unter dem Dach des Unternehmens als eigene Tochter-GmbH weiterführen. Für die 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet dieser Schritt, der nach Aussage des Geschäftsführers Jörg Sachse, zum 1. Oktober wirksam werden soll, Lohneinbußen. „Das ist immer etwas unschönes. Aber andere Zuwendungen, wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, werden weiterhin bezahlt“, sagte Sachse.


 Am vergangenen Donnerstag seien die betroffenen Mitarbeiter über die Ausgliederung, die laut Sachse mit dem Betriebsrat abgestimmt wurde, informiert worden. Für diesen Freitag hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Bis nächste Woche haben die 29 Mitarbeiter von Fuhrpark, Be- und Entladung, Versand sowie der Festabteilung Zeit, sich das vom Unternehmen gemachte Angebot zu überlegen. „Ich hoffe sehr, dass sie der uns nicht leichtgefallenen Entscheidung zustimmen werden. Wir wollen nicht auf die ihre Arbeit und oft jahrelangen Erfahrungen verzichten“, betonte Sachse. „Sie bleiben weiter Mitarbeiter der Sternquell Brauerei.“


 Hintergrund für diese Entscheidung sei die schwierige wirtschaftliche Situation der Sternquell Brauerei, die im vergangenen Jahr Tausende Hektoliter Bier weniger verkaufen konnte. „Wenn wir nicht angesichts der Absatzverluste gegensteuern, ist das gesamte Unternehmen in Gefahr. Den Schritt, den wir jetzt gehen müssen, haben alle anderen Brauereien schon hinter sich“, so Sachse.


 Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG, hält laut Mitteilung die „Ausgliederung für den falschen Weg. Sparen auf Kosten der Arbeitnehmer ist keine Motivation, sondern ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die sich über viele Jahre für die Brauerei eingesetzt haben“. Die Sorge der Gewerkschaft ist auch deshalb groß, weil neben der Ausgliederung der Logistik in eine hundertprozentige Tochterfirma auch Pläne vorliegen sollen, den Bereich einer fremden Speditionsfirma zu übertragen. Auch stelle sich für die Gewerkschafter die Frage, was passiert, wenn sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtere. „Was gliedert die Brauerei dann noch aus?“


 Heinrich moniert auch, dass die Gewerkschaft mit den Ausgliederungsplänen vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, „statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen“. Die Sternquell Brauerei gehört zur Kulmacher Brauerei AG, die insgesamt ebenfalls mit Absatzverlusten zu kämpfen hat. Die Plauener Brauerei hat rund 100 Mitarbeiter. M. T.

 

2010-08-24




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