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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Schnelles Internet: Vogtland bundesweit Beispiel

Plauen – Der mobile Datenverkehr wächst enorm – und zukünftig werden noch deutlich höhere Bandbreiten erforderlich sein. Schon jetzt weist die Breitbandversorgung große Lücken vor allem im ländlichen Raum auf. Die Bundesregierung will bis 2014 Dreiviertel der Haushalte versorgen.

 

Der Vogtlandkreis werde nach Aussage des Landratsamtes schon im Herbst 2012 in allen Ecken der Region hochleistungsfähiges Internet anbieten können. Als Vorreiterrolle in Deutschland bezeichnete dies jüngst Umweltminister Frank Kupfer bei der Übergabe des Fördermittelbescheids in Höhe von acht Millionen Euro in Grünbach.


Im Vogtland haben manche Orte noch überhaupt keine Anbindung an die Datenautobahn. Das soll sich bis 2012 grundlegend ändern. Laut Landrat Dr. Tassilo Lenk ist das Internet als Standortfaktor vor allem für die ländlichen Räume eine existenzielle Notwendigkeit: „Mir ging es nicht darum, einzelne Kommunen im Vogtlandkreis zu erschließen, sondern die gesamte Fläche bis in den letzten Winkel hinein“, veranschaulicht er die Dimension der 2008 selbst gestellten Aufgabe. Im Vogtland waren es immerhin 177 Ortsteile, die als unterversorgt galten. Für jeden dieser Ortsteile wurde das mögliche Anschlusspotenzial und die Kosten der Erschließung erfasst und damit die Wirtschaftlichkeitslücke berechnet. Lenk drängte vor allem auf eine schnelle Lösung, da erste Firmen ankündigten, die Region verlassen zu wollen, wenn eine Erschließung in absehbarer Zeit nicht möglich wäre.


Auch für die ärztliche Versorgung auf dem Lande sind Internetanbindungen dringend erforderlich. „Wir werden Hausärzte für unsere Landpraxen neben guten Bedingungen nur mit DSL gewinnen können“, so Lenk und weiter: „Ich bin froh, dass es nun tatsächlich los geht. Zwei Jahre hatte die Vorbereitungszeit gedauert. Bis Ende September 2012 soll das gesamte Kreisgebiet, das sind über 25 000 private und gewerbliche Abnehmer, versorgt werden, bei dem gut 58 Prozent der Haushalte mit über 25 Megabit und 24 Prozent sogar über 50 Megabit erreicht werden. 40 Prozent sind über Funklösungen vorgesehen mit Übertragungsraten von einem Gigabit.“ In ganz Deutschland gebe es unter den Flächenlandkreisen noch keine Region, die DSL so geschlossen anbieten kann. Bei dem zu erwartenden Ausbaustandard wird beispielsweise der Radon-Kurort Bad Brambach ein höheres Potenzial erreichen als die Stadt Chemnitz. „Wir werden im Wettbewerb der Regionen hier im Vierländereck und mit Blick auf die uns umgebenden Ballungszentren wesentlich besser aufgestellt sein als bisher“, gibt sich Lenk zuversichtlich.


Die im Vogtlandkreis mit der Breitbanderschließung beauftragte Telekom sitzt in den Startlöchern und die notwendigen Planungsvorbereitungen laufen hinter den Kulissen auf Hochtouren für den im Frühjahr geplanten Baubeginn. Die Kreisverwaltung hat ihre Kommunen informiert, wann Bauanschlüsse, Fertigstellung und Inbetriebnahme vorgesehen sind. Die ebenfalls beauftragte Firma TKI Telekabel Ingenieurgesellschaft mit Sitz in Chemnitz wurde mit der Überwachung der Baumaßnahmen und Kontrolle der vereinbarten Leistungen beauftragt.


Schon ab Mitte März sollen die ersten Gebiete, in denen noch gar keine DSL-Anbindungen vorhanden sind erschlossen werden. So ist bereits mit den ersten Inbetriebnahmen zum 30. April 2011 im Raum Adorf und Bad Brambach zu rechnen. Gestaffelt nach dem Aufwand der weiteren Erschließung, den technischen Möglichkeiten bis hin zur Verlegung neuer Glasfaserkabel geht es dann zügig weiter bis zum Abschluss – vorgesehen am 30. September 2012 für den Raum Kottenheide, Zwotenthal, Loddenreuth, Bloßenberg. va

 

2010-12-07




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