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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Schnelles Internet bis ins letzte vogtländische Dorf
Grünbach – Alle Dörfer im Vogtland sollen bis Ende 2012 Breitband-Anschlüsse für ein schnelles Internet erhalten. Damit nehme der Vogtlandkreis eine Vorreiterrolle in Sachsen ein, sagte Agrarminister Frank Kupfer (CDU) am Dienstag bei der Übergabe eines Fördermittelbescheides in Höhe von 7,4 Millionen Euro für den Breitband-Ausbau.
Der Bergkristall im Bayerischen Hof in Grünbach bot Kulisse für einen historischen Akt. Alle 177 Orte und 266 Ortsteile des Vogtlandkreises sollen bis Herbst 2012 mit einem schnellen, qualitativ hochwertigen und kostengünstigen Internetzugang erschlossen werden. Dazu übergaben Umweltminister Frank Kupfer und der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung Sachsens, Frank Vogel, an Landrat Dr. Tassilo Lenk einen Fördermittelbescheid über 7,4 Millionen Euro. Anstatt alle Orte selbst für Breitband-Verbindungen sorgen zu lassen, hat der Vogtlandkreis, anders als andere Landkreise, alle notwendigen Arbeiten gebündelt und zusammen ausgeschrieben. Rund 25 500 Haushalte und Betriebe auf dem Land, die künftig über einen DSL-Anschluss oder per Funk mit dem Internet verbunden werden können, profitieren davon. Den Zuschlag als Netzanbieter habe die Deutsche Telekom erhalten. Die acht Millionen Euro Kosten werden vom Freistaat zu 90 Prozent gefördert.
Laut Lenk sollen 58 Prozent der Gemeinden und Ortsteile eine Anschlussmöglichkeit von bis zu 25 Mbit/s Übertragungsrate erhalten, und 24 Prozent der Ortsteile sogar einen Anschluss von bis zu 50 Mbit/s. Damit könnte der Landkreis bis Ende 2012 über eine Breitbandversorgung verfügen, die nicht einmal die Stadt Chemnitz habe. Der ländliche Raum brauche derartige Voraussetzungen,um künftig mit Ballungsräumen konkurrieren zu können, so Lenk.
Ines Apfelstädt, die Inhaberin des Bayerischer Hof in Grünbach warte bereits sehnsüchtig auf schnelleres Internet. Es vergehe kaum ein Tag, an dem nicht Geschäftsreisende vor der Buchung nach Internetanschluss auf den Zimmern fragten, zunehmend auch Touristen. Mit der Leitung, die derzeit für das gesamt Haus zur Verfügung stehe, sei ein Aufsplitten auf die einzelnen Zimmer kaum machbar. „Bisher helfen wir uns mit einem Wlan-Anschluss so gut es eben geht.“ Die Touristikerin und Gastronomin weiß aber, dass es bei den Kollegen im benachbarten Ortsteil Muldenberg noch viel schlechter bestellt ist in puncto Internet: „Da geht fast nichts“.
Will man die Wirtschaft und junge Menschen für den ländlichen Raum interessieren, brauche man schnelle und moderne Internetzugänge. Deshalb begrüßte Minister Kupfer den Vorstoß der Vogtländer. Sachsen liegt derzeit bei den modernen Breitband-Anschlüssen deutschlandweit auf dem vorletzten Platz vor Brandenburg. Während bundesweit knapp 60 Prozent der Haushalte einen solch schnellen Netz-Zugang haben, sind es in Sachsen lediglich rund 42 Prozent. Regionen mit bis zu 2 Mbit/s Übertragungsrate gelten entsprechend einer Förderichtlinie seit 2010 als nicht versorgt. pdk
2010-10-05
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