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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Opposition: Energiegipfel zu unkonkret
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Neue Pflanzenkläranlage in Friesen
Friesen – Eine so genannte Pflanzenkläranlage mit integrierter Mischwasser- und Schlammbehandlung wurde gestern im Reichenbacher Ortsteil Friesen in Betrieb genommen.
Sie ist die erste ihrer Art in Deutschland. Doch in Frankreich werden mit diesen Anlagetypen schon seit 15 Jahren gute Erfahrungen gesammelt. Dass gerade der Abwasserzweckverband „Reichenbacher Land“ in Sachen Pflanzenkläranlage Deutschlandpremiere feiert, ist nach Ansicht des Reichenbacher Oberbürgermeisters ein Verdienst von Geschäftsführer Dr. Jens Nowak, den er als „absoluten Fachmann“ bezeichnet.
Wirtschaftlich und ökologisch
Warum man sich für diesen Kläranlage-Typ entschieden habe, erklärt Dr. Nowak mit wenigen Worten. Sie arbeite umweltfreundlich, ökologisch und wirtschaftlich. Und sie schließe problemlos an den im Ort bereits vorhandenen Mischkanal an, der sowohl Schmutzwasser aus den Haushalten als auch Regenwasser sammelt. Bisher wurde dieses Abwasser in den Bach eingeleitet. Dorthin gelangen künftig auch überdurchschnittliche Wassermengen, wie sie bei Starkregen auftreten können. Dafür sorgt ein Wasserscheider, der vor der Kläranlage in das System eingebaut wurde. Dadurch wird eine Überlastung oder ein Rückstau verhindert.
Anders als der Name Pflanzenkläranlage vermuten lässt, sind die Pflanzen nicht zur Reinigung des Wassers zuständig. Sie gewährleisten lediglich die hydraulische Durchlässigkeit der Anlage. Die Reinigung übernehmen dagegen einen Meter starke, dreischichtige Bodenfilter, die unter einer Kiesschicht eingebaut wurden. Welche Pflanzenart sich am besten eignet, ist noch nicht bekannt. Deshalb arbeitet der „Abwasserzweckverband Reichenbacher Land“ mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden zusammen, die vor Ort in Friesen verschiedene Pflanzen auf ihre Einsatzmöglichkeiten in der Kläranlage testet.
Kosten: 500 000 Euro
Die neue Kläranlage ist für rund 200 Einwohner ausgelegt und kostet 500 000 Euro. Ohne eine 75prozentige Förderung durch den Freistaat Sachsen, hätte sie in Friesen wohl nicht gebaut werden können. Doch die Verantwortlichen schätzen sie als Innovation im ländlichen Raum und auch als gute Investition in die Zukunft, von der die Fachleute in Deutschland noch viel lernen können.
Bisher sind ungefähr die Hälfte der Friesener Haushalte sowie einige Obermylauer und die Reichenbacher Grundstücke „Am Fernblick“ angeschlossen. Die restlichen Friesener, deren Abwasser bisher im Boden versickert, sollen nach den Worten von Dr. Nowak, spätestens bis 2015 angeschlossen werden. Ansonsten wären sie zum Bau einer Kleinkläranlage auf ihren Grundstücken verpflichtet.
Die Beteiligten sind sich einig, der Bau der Pflanzenkläranlage war nicht billig, deren Betreibung dafür umso kostengünstiger. Und deshalb sei der Anschluss für die betreffenden Haushalte auch besser als der Bau einer eigenen Kleinkläranlage.
2009-10-29
Kommentar zu Neue Pflanzenkläranlage in Friesen?
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