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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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November im Vogtland bisher zu warm

"Oktober war zu kalt, der November bedeutend zu warm"

Plauen/Rodewisch – Die bisherigen Novembertage waren eindeutig zu warm. Dieses Zwischenfazit zieht der bekannte „Wetterfrosch“, der Rodewischer Harald Hutschreuther. Vom 1. bis 22. November erwiesen sich 14 Tage wärmer als für die Jahreszeit üblich, acht blieben unter dem Mittelwert, sagte Hutschreuther dem Vogtland-Anzeiger.

 

Zwischen dem 11. November und dem gestrigen Sonntag waren sogar alle Tage erheblich zu warm. Die 16,2 Grad am Samstag stellten fast buchstäblich die eigentlich normalen Werte in den Schatten – am 21. November war es zehn Grad zu warm. Doch es geht noch extremer, weiß Hutschenreuther, der seit Jahrzehnten über das vogtländische Wetter Aufzeichnungen führt. Am 16. November des Jahres 2006 zeigte das Thermometer tagsüber 18 Grad an, einen Tag später noch frühsommerlich 17,6 Grad.


Die zweite Dekade des aktuellen Monats weist einen Mittelwert von 8,2 Grad auf. Nach Hutschenreuthers Statistik sind das exakt 5,2 Grad „zu viel“. Als rekordverdächtig bezeichnet der Experte die Nachttemperaturen von Samstag zu Sonntag. Tiefer als elf Grad wollte das Thermometer nicht fallen. amit verschliefen wir wohl die wärmste Nacht eines November-Endes überhaupt, denn am 19. November 1963 „fielen“ die Temperaturen auf immerhin 10,2 Grad.
Auch hinsichtlich des Niederschlags gab sich der November nicht mit Durchschnittswerten zufrieden. Während in der ersten Dekade 29 Liter pro Quadratmeter fielen, waren es in der zweiten lediglich knapp neun. Normal sind etwa 60 Liter, was wohl heißt, in der dritten Dekade müsste es noch mächtig nass werden, um Durchschnittswerte zu erreichen.


Hutschreuthers Fazit: Der Oktober war zu kalt, der November bedeutend zu warm, oder um es auf vogtländisch zu sagen: „So gehts net weiter.“ Temperaturmäßig komme schon noch der Hammer, ist der Mann vom Fach überzeugt, der es ausdrücklich ablehnt, sich an Spekulationen über weiße Weihnacht zu beteiligen. Um einen Rekord aus den Jahren 1969/70 zu brechen, bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit. Damals lag zwischen dem 25. November und dem 26. März im vogtländischen Oberland eine geschlossene Schneedecke – 122 Tage. Wenn sich Frau Holle also am Mittwoch nicht zu harter Arbeit entschließt, bleibt der Schneerekord ungebrochen. Aber dafür haben wir ja gerade die wärmste Novembernacht hinter uns. 

 

Von Torsten Piontkowski

 

2009-11-22




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