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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Opposition: Energiegipfel zu unkonkret
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Fachkräftemangel verschärft sich
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Nils sucht Lebensretter
Der siebenjährige Nils aus Langenwolschendorf bei Zeulenroda leidet an MDS, einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems. Nur ein Stammzellenspender kann dem kleinen Jungen helfen. Morgen startet eine große Typisierungsaktion.
Zeulenroda – „Bislang konnte weltweit kein passender Spender für Nils gefunden werden“, sagte Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH (DKMS) in Tübingen. Um ihm und anderen Patienten zu helfen, organisieren Familie und Freunde gemeinsam mit der DKMS am morgigen Sonntag eine Typisierungsaktion. Jeder kann helfen und sich als potenzieller Stammzellspender aufnehmen lassen oder Geld spenden, damit die Typisierungen finanziert werden können.
Nils hat leidet unter einem Myelodysplastische Syndrom. (MDS).
Der kleine Junge kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Doch wie findet man einen solchen Spender? „Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden“, wirbt Bettina Steinbauer um viele Unterstützer.
Jährlich erkranken in Deutschland nur etwa 20 Kinder an dieser Krankheit. MDS (Myelodysplastisches Syndrom) ist eine schwere Erkrankung des Knochenmarks, bei der die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Stammzellen ausgeht. Nils Körper ist nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Der Blutbildungsprozess wird nachhaltig gestört und führt bei vielen Patienten zu einer akuten Leukämie. Die Patienten haben eine deutliche verkürzte Lebenserwartung. Zur Zeit fährt Nils Familie alle vier Tage in die Uni-Kinderklinik Jena zur Bluttransfusion – solange, bis ein Fremdspender gefunden wird. Nils Familie hofft auf Anteilnahme und große Unterstützung. „Nils möchte normal weiterleben.“ Um ihm zu helfen, können sich möglich viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen (typisieren) lassen.
Die Aktion findet morgen von 10 bis 16 Uhr im Bio-Seehotel Zeulenroda, Bauerfeindallee 1, statt. Mitmachen kann grundsätzlich jeder zwischen 17 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, welches dann auf seine Gewebemerkmale untersucht wird. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion typisieren ließen, brauchen nicht erneut an der Registrierung teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.
Genauso wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung der Aktion, betont Steinbauer. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. M. T.
2011-04-15
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