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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Umtausch-Ansturm in den Geschäften im Vogtland

311209 UmtauschaktionPlauen – Buch, CD und Schal gehören zu den häufigsten Geschenken, die unterm Weihnachtsbaum liegen. Doch nicht immer treffen sie den Geschmack des Beschenkten und wollen nach Weihnachten am liebsten so schnell wie möglich wieder umgetauscht werden.

 

Auch in Plauen herrschte zu Beginn der Woche ein regelrechter Ansturm auf die Geschäfte. Dabei ist der Umtausch bei „Nichtgefallen“ oder falscher Größe lediglich der Kulanz der Händler zu verdanken, denn ein generelles Recht darauf gibt es nicht, weist die Verbraucherzentrale Sachsen ausdrücklich hin.


Anders sei dies bei Mängeln oder Defekten, die erst beim Auspacken oder Ausprobieren entdeckt wurden. Laut Verbraucherzentrale bestehe zwei Jahre lang die Möglichkeit, seine Ansprüche geltend zu machen. Zu beachten sei aber, dass in den ersten sechs Monaten der Händler beweisen muss, dass die Ware zum Zeitpunkt des Kaufes in Ordnung und mangelfrei gewesen sei. Nach dem halben Jahr liege diese Pflicht beim Käufer.


Anders als beim Kauf vor Ort ist es bei Internetkäufen, hier bestehe das Recht auf Rückgabe. Allerdings sollte auch bei den vielen Onlinegeschäften so gut wie möglich abgesichert werden, dass es sich um seriöse Verkäufer handle, die zum Beispiel im Handelsregister eingetragen sind. Schwieriger wird es bei Geschäften zwischen Privatpersonen. Hier sei das Ausstellen von Mahnbescheiden keine Seltenheit. Richtig Trubel war in dieser Woche auch im Drogeriemarkt Müller auf der Bahnhofstraße, bestätigt Gabriele Gaube. Allerdings sei erfreulicherweise mehr gekauft als getauscht worden. Zudem werde weniger zurück gegeben, sondern eher aus Mängelgründen reklamiert. Besonders davon betroffen sei die Spielwarenabteilung. Ein Großteil der verschenkten Spielzeuge sei elektronisch. Ob Autorennbahn, ferngesteuerte Hubschrauber oder singende, sprechende und sich bewegende Tiere, dass etwas kaputt geht könne bei der vielen Elektronik passieren.


Spielzeug sei das, was in der Vorweihnachtszeit am meisten gekauft werde. An den Kindern werde nicht gespart, eher verzichtet man selbst auf etwas. Und auch das geschenkte Geld wird gerne umgesetzt. „Ich weiß ja selbst wie das ist“, lacht die Filialleiterin.
Bei CD und DVD gibt es seit geraumer Zeit eine Möglichkeit, sich den Umtausch offen zu halten. Wer sich nicht sicher ist, ob die Wahl ein Treffer ist, der kann sich beim Kauf die Hüllen versiegeln lassen und räumt dem Beschenkten ein, sich doch noch anders zu entscheiden. Auch Spiele für Konsolen gehören in diese Kategorie. Verkäuferin Mandy Arnold merkt, dass die Absprachen für Geschenke doch scheinbar besser funktionieren. So habe auch in der Tonträger- und Videospielabteilung das Einlösen der Gutscheine im Vordergrund gestanden.
Ähnlich sei dies mit Büchern. In der Thalia-Buchhandlung werde weniger ein Buch zurück gegeben weil es nicht gefällt, sondern weil es doppelt geschenkt wurde. Besonders häufig sei das bei Bestsellern der Fall. Die Titel der Top Ten Liste gehören zu den meistgekauften als Geschenk. Neben „Lebenshilfen“ wie Eckart Hirschhausens „Glück kommt selten allein...“ sind Kochbücher der Renner. Besonders im Trend liegen dabei die der Promi-Köche, zu denen bereits ein Bezug aus diversen Fernsehsendungen besteht.


So als „Notnagel“, bei keiner aufkeimenden Idee werde gern zu Kalendern gegriffen. Diese sind mittlerweile in Tausenden Motiven und mehreren Dutzend Größen erhältlich, von der New Yorker Skyline, die eine ganze Wand füllt, bis zu kleinen, niedlichen Tierkindern im Taschenformat.


Fakt ist, nach dem Fest ist vor dem Fest und wer sich vielleicht am Heilig Abend kein Loch in den Bauch gefreut hat, der konnte sich in dieser Woche mit oder ohne Gutschein dem Shoppingrausch nochmal so richtig hingeben und mit einem Blick auf die plötzlich gesunkenen Preise nochmal so richtig sparen. S. Rössel




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