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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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16 Unfälle wegen Glätte im Vogtland
Plauen/Zwickau/Dresden – Massenweise Neuschnee in Sachsen lässt die Ski- und Schlittenfahrer jubeln und die Autofahrer verzweifeln. Auf manchen Strecken brach der Verkehr am Montag völlig zusammen. Vor allem die Lastwagen wurden wieder einmal eiskalt erwischt. 16 Unfälle geschahen allein im Vogtland.
Winterchaos auf Sachsens Straßen: Schnee und Glätte haben gestern landesweit zu kilometerlangen Staus geführt und Autofahrer auf eine harte Probe gestellt. Auf der A 14 (Leipzig-Dresden) ging es laut Polizei zeitweise auf einer Strecke von 50 Kilometern nur schleppend voran. Auf der A 72 (Chemnitz-Hof) bildete sich am Vormittag ein bis zu 25 Kilometer langer Stau, weil Lastwagenfahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren hatten und Teile der Strecke blockierten. Auf der A 4 (Dresden-Chemnitz) versperrten Lastwagen gleich mehrfach die Fahrbahn und sorgten auch dort für zahlreiche kilometerlange Staus.
Das Rote Kreuz mobilisierte kurzfristig zehn ehrenamtliche Helfer, um den Autofahrern das Warten auf den zugeschneiten Strecken zu erleichtern. Ausgerüstet mit 500 Litern heißem Tee und Decken bezogen sie ihre Posten.
Von den Autobahnen über Bundes- und Staatsstraßen bis hin zur kleinsten Dorfstraße war der gesamte Freistaat vom Wintereinbruch betroffen. „In 80 bis 90 Prozent der Fälle waren Lastwagen die Auslöser für die Staus“, sagte eine Sprecherin des sächsischen Verkehrswarndienstes. „Teilweise waren die noch mit Sommerreifen unterwegs.“ Unfälle gab es zwar in Hülle und Fülle, meist blieb es aber bei kleineren Blechschäden, hieß es. Die Polizei in Südwestsachsen meldete 63 Unfälle, davon 16 im Vogtland. Das sächsische Autobahnamt hatte 57 Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz, die schon über Nacht rund 500 Tonnen Salz auf den Strecken verteilt hatten.
„Es ist alles im Einsatz, was fahren kann“, sagte Sprecher Burkhard Zscheischler. Wo Lastwagen die Strecke versperrten, kamen allerdings oftmals auch die Räumfahrzeuge nicht mehr voran. „Hauptursache waren liegengebliebene Lkw“, sagte Zscheischler. 60 Kilometer Autobahn hatte die Autobahnmeisterei Vogtland gestern rund um die Uhr zu räumen. Burkhard Zscheischler nennt als Schwerpunkte den Culitzscher Berg bei Zwickau und den Pirker Berg. „Hier bleiben immer wieder Lkw hängen. Gestern Morgen war es am Pirker Berg besonders schlimm. Lkw blieben rechts stehen, weil sie nicht weiter kamen. Andere scherten aus, um zu überholen und blieben hängen.“ Die Autobahnmeisterei im Vogtland hält rund 800 Tonnen Salz vor – das ist das Kontingent für etwa zehn Tage. Bei starken Schneefällen, wie gestern, werde Salz ständig nachgeliefert. Alle zwei Stunden „sieht“ ein Autobahnteilstück ein Räumfahrzeug vorbeikommen.
Wie die Straßenmeistereien in Plauen, Reichenbach, Falkenstein und Adorf mitteilten, sind rund 40 Streu- und Räumfahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz, um den Verkehrsfluss bestmöglich zu gewährleisten. Lediglich kurze Sperrungen durch herabfallende Äste oder liegengebliebene Lkws seien zu verkraften. Im Zuständigkeitsbereich der drei Straßenmeistereien, die immerhin ein Streckennetz von knapp 870 Kilometern abdecken, werden täglich etwa 150 Tonnen Streusalz verwendet, um für eine maximale Straßensicherheit zu sorgen. Dies sei auf Grund anhaltender Schneefälle nicht immer einfach, wie der Leiter der Straßenmeisterei Adorf, Rohnig, mitteilt. Die Einsatzkräfte würden jedoch ihr bestes geben und bis an ihre Grenzen gehen.
Einen neuen Schneerekord meldet Harald Hutschreuther von der Klimastation Rodewisch: Eine um die 24 Zentimeter hohe Schneedecke. Damit sind die 23 Zentimeter vom 27. November 1962 überboten, so der Wetterexperte. Über eine fleißige Frau Holle freuen sich vor allem die Kinder und haben schon die Schlitten und Ski ausgepackt. seb/cze
2010-11-30
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