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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Käfer-Alarm: Asiatischer Bockkäfer in Auerbach
Auerbach – „Bitte um Mithilfe – gefährlicher asiatischer Bockkäfer gesucht“ – so steht es auf dem Flugblatt, das Mitarbeiter des Umwelt-Landesamtes seit dieser Woche in Auerbach verteilen. Spezialisten sind zudem unterwegs , um Spuren des Käfers oder den Schädling selbst zu finden.
Der Grund für den Aufwand: Der asiatische Bockkäfer verursacht in seiner Heimat an über 100 Laubholzarten große Schäden. Auch in Deutschland kann er gesunde Bäume zum Absterben bringen. Fälle sind in der jüngeren Vergangenheit unter anderem in Bayern und Hessen aufgetreten.
Ins Rollen brachte das Ganze ein Auerbacher, der in Jena Biologie studiert. Bei dem Besuch in seiner Heimatstadt durchstreifte er Ende vergangener Woche den Goethe-park und bemerkte dort einen selten Käfer, den er sofort fotografierte. Daheim machte er sich vermutlich in der Fachliteratur kundig und identifizierte auf seinen Aufnahmen den asiatischen Bockkäfer – eine Sensation, wenn auch keine erfreuliche.
Der Auerbacher Student erstattete Meldung beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden. Vertreter der Behörde wurden gestern im Rathaus vorstellig. Das bestätigte Stadtsprecher Hagen Hartwig am Nachmittag auf Anfrage.
Kann die ganze Geschichte nur ein schlechter Scherz sein? „Nein. Die Vertreter des Landesamtes schätzen die Glaubwürdigkeit des Biologiestudenten als sehr hoch ein“, so Hartwig. Zudem habe der junge Mann nicht anonym gehandelt, sondern in der Zusammenarbeit mit der Behörde viel von sich preisgeben.
Wie kommt nun ein Käfer aus Asien zum Auerbacher Goetheplatz ? In den vergangenen zwei Jahren – so lange dauert die Entwicklung von der Puppe zum ausgewachsenen Käfer – haben in der näheren Umgebung Bauarbeiten stattgefunden – am Goethe-Gymnasium und am Siegelohplatz. Womöglich hat sich der Schädling im Holzverpackungsmaterial der Baumaterialien eingenistet. „Wir sind dabei herauszufinden, woher die Baufirmen ihre Materialien bezogen haben“, so Hartwig. Der Goethepark bietet laut Dr. Maureen Möwes vom Landesumweltamt, „ideale Voraussetzungen“ für den bis zu 3,5 Zentimeter großen asiatischen Bockkäfer, der es auf Laubbäume – besonders aber auf Ahorn – abgesehen hat. Aber auch Kastanie, Birke, Pappel, Weide und Buche verschmäht er nicht.
Die Spezialisten suchen im Umkreis von 500 Metern des Goetheparks – auch Privatbesitz ist betroffen – nach Fraßspuren, kreisrunden Ausbohrlöchern oder Bohrmehl. Wenn Einwohner derartige Schäden feststellen, werden sie gebeten, sich umgehend mit dem Landesamt für Umwelt(v 0351/26127515) in Verbindung zu setzen.
Etwas optimistisch stimme, dass der Käfer als träge gelte. Bürger, die in den vergangenen drei Jahren Ahornbäume in Gartencentern, Supermärkten oder Gärtnereien gekauft haben, werden ebenfalls gebeten, sich zu melden, vor allem wenn die Bäume krank aussehen oder gar abgestorben sind. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Ahornbäumchen mit unentdecktem Käferbefall aus China importiert. Gefährlich für den Mensch ist der asiatische Bockkäfer nicht – wer den „Verdächtigen“ sieht – einfangen und in einem Schraubglas aufbewahren. M. W.
2010-07-22
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