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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Heinrich von Plauens Grabstätte zu sehen

030810 Heinrich von PlauenPlauen/Kwidzyn – Die 2007 in der Kathedrale des polnischen Kwidzyn (Marienwerder) gefundene Grabstätte des Hochmeisters des Deutschen Ordens, Heinrich von Plauen (1410-1413), ist erstmals öffentlich einzusehen.


Am Wochenende wurde unter großer Beteiligung mit einem Mittelalterfest die Krypta, in der neben Heinrich von Plauen noch sterbliche Überreste der beiden Hochmeister Werner von Orseln (1324-1330) und Ludolf König von Watzau (1342-1345) liegen, eingeweiht und von polnischen Priestern sowie dem momentanen Hochmeister des Deutschen Ordens, Bruno Platter, gesegnet.


Die Stadt in Nordpolen will das Unikat vor allem dafür nutzen, um Touristen anzulocken. Das Mittelalterfest solle zu einer Tradition werden und jährlich damit an die drei Hochmeister erinnern. „Das ist der Stadt ein großes Anliegen. Die Gräber sind wundervoll hergerichtet“, sagt Bruno Platter dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. Die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Orden und der Gemeinde sowie der Kirche des Ortes sei sehr gut gewesen. „Die Gemeinde war sehr bemüht“, so Platter.


Der Hochmeister spricht bei den drei gefundenen Gebeinen von einer „sensationellen Entdeckung“ und sagt, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Heinrich von Plauen handelt. Die Knochen und Stofffetzen der gefundenen Überreste in Kwidzyn wurden von drei Universitäten wissenschaftlich untersucht. Erstmals konnten die Gebeine längst verstorbener Hochmeister so detailliert untersucht werden, sagt Platter. Auch die Ernährungsweise konnte so unter anderem erforscht werden. Die frühere Vermutung, dass Heinrich von Plauen auf der Marienburg in Polen begraben sei, könne damit nahezu ausgeschlossen werden, meint der Ordensführer. Ein Stein erinnert auf der Festung an den Hochmeister. Unklar, ob es ein Gedenk- oder Grabstein ist.


Die begehbare Grabstätte in der Kathedrale von Kwidzyn zeigt die drei originalen Särge der Hochmeister. Darin liegen in Seide gekleidete und von einem Wandgemälde aus der Kirche nachempfundene Figuren, die die drei Hochmeister darstellen sollen. Die richtigen Gebeine von Plauen, Orseln und Watzau liegen darunter eingebettet in Eichensärge und sind mit einer Glasplatte verschlossen.


Heinrich von Plauen wird auch als „Retter des Deutschen Ordens“ bezeichnet und stammt dem Adelsgeschlecht der Vögte und Herren von Plauen ab. Als die Deutschen Ordensritter im Juli 1410 in der Schlacht von Tannenberg eine herbe Niederlage erlitten, zog er sich mit seinen Truppen auf die Marienburg zurück, diese verteidigte er erfolgreich bis zum Abzug des polnisch-litauischen Belagerungsheeres im September 1410.

 

Plauen stellte nach gelungener Burg-Rettung die Ordensherrschaft in Westpreußen wieder her und wurde im November 1410 zum 27. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Im Laufe der Jahre wollte Plauen den Orden revolutionieren. Doch er fällt laut Überlieferung einer Verschwörung zum Opfer und wird m 14. Oktober 1413 abgesetzt. „Hochverrat“ wird ihm vorgeworfen – er kommt zehn Jahre in Haft. Heinrich von Plauen stirbt am 9. November 1429.

 

Von Martin Reißmann

 

2010-08-03




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