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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Viel Kritik an Mietrechts- Reform
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Gagarin auf der Streichholzschachtel
Die Reise Juri Gagarins ins All und das damit verbundene Jubiläum „50 Jahre bemannte Raumfahrt“ stehen im Fokus der am Freitag beginnenden 13. Raumfahrttage in Morgenröthe-Rautenkranz.
Morgenröthe-Rautenkranz – Was der erste Mann im Weltraum mit einer Streichholzschachtel zu tun hat, ist ab diesen Freitag in der Sonderausstellung des Raumfahrtmuseums zu erfahren. Bei einem Blick in die Vitrinen eröffnet sich uns, welch große Rolle Gagarin auch als Werbeträger spielte: Das Heldengesicht prangt von Streichholzschachteln und Briefmarken, von Taschenuhren, Münzen, vom Schallplatten-Cover mit Kosmonautenmusik und vielem mehr.
All diese Souvenirs, Orden, sämtliche erschienene Gagarin-Bücher und Zeitdokumente haben Museumsleiterin Romy Mothes und das Gros der 245 Mitglieder des ortsansässigen Raumfahrtverein für die Sonderschau zusammengetragen. „Es ist freilich unheimlich schwer, ja aussichtslos, an Originale von Gagarin zu kommen, wie etwa sein Raumanzug. Den geben die Russen verständlicherweise nicht heraus“, so Frau Mothes. Dafür steht Gagarin im orangen Raumanzug lebensgroß im Museum – eine Nachbildung, genauso wie „seine“ Rakete Wostok I, die die Bremener Firma Heidenreich originalgetreu im Maßstab 1:25 fertigte. Später wird das Modell in die ständige Ausstellung übernommen und einen Platz im Raketenrondell unter verschiedenen Raketentypen finden.
Ins Jahr 1961 versetzt das Museum seine Besucher in der kleinen russischen Stube. Dort stehen Samovar, Matrjoschka und ein rund-abgelutschter 60-er Jahre Fernseher. Daraus flimmern in einem 15-minütigem Dok-Film schwarz-weiß-Bilder von Gagarins Kosmonautentraining und seine Originalstimme – natürlich in russisch. Internationale Raumfahrer- und ESA-Prominenz hat dann diesen Samstag ihren Auftritt im kleinen Morgenröthe. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eröffnet die alle zwei Jahre durchgeführten Raumfahrttage. ESA-Astronaut Michel Tognini und Kosmonaut Sergej Konstantinowitzsch Krikaljow diskutieren die Zukunft der bemannten Raumfahrt – und mit Sigmund Jähn, Thomas Reiter und Alexander Gerst stoßen drei Raumfahrer-Generationen aufeinander. Das Projekt „Mars 500“ nehmen DLR-Projektleiter Peter Gräf und Natalie Rakova von der Uni Erlangen ins Visier, Hendrik Weihs spricht über die scharfkantige Rakete Shefex, die diesen Herbst in Norwegen starten soll.
Alle Vorträge sind absolut speziell und sprechen Raumfahrtkenner und die Fachwelt an. „Weil die Anzahl unserer Plätze auf etwa 200 beschränkt sind, bitten wir um Anmeldung. Bis diesen Donnerstag wäre das noch möglich“, so Romy Mothes. Abgesehen von der Eröffnung der Sonderausstellung am Freitag mit der Buchlesung von Gagarin-Biografin Ludmila Pavlova-Marinsky (siehe nebenstehender Artikel) sowie jene der Raumfahrttage (Samstag, 10.15) sind die übrigen Talkrunden kostenpflichtig (30 Euro).
Auch die Autogrammstunde mit jeglichen Astro- und Kosmonauten wolle man am Samstagnachmittag klein halten und vorwiegend den angemeldeten Teilnehmern vorbehalten. „Nach 200, 300 Autogrammen sind die Gäste dann auch erschöpft, mehr ist einfach nicht drin“, sagt die Museumschefin. Die Sonderausstellung in Morgenröthe ist bis 6. November geöffnet. Cornelia Henze
2011-05-20
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