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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Fast 40 Stellen sollen im Theater wegfallen

Plauen – Einige Beschäftigte im Theater Plauen-Zwickau haben derzeit eine ungewisse Zukunft. Es nähert sich in den nächsten Jahren ein Millionenschweres Finanzierungsloch den Verantwortlichen.

 

Doch es gibt auch positive Nachricht aus der ersten Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Plauen: Dem Theater droht keine Spartenschließung künstlerischer Bereiche, wie es aus der entsprechenden Verwaltungsvorlage in dem favorisierten Szenario zu entnehmen ist.


 Dennoch, so sieht es das neue Strukturkonzept vor, stehen die beiden Spielorte vor einer nicht unbedeutenden Zahl von Stellenstreichungen, auch wenn nicht jede dieser zu in Frage kommenden Plätze mit Arbeitskräften hinterlegt sind. Als Ursache für die erwartete Finanzierungslücke in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro wurden tarifbedingte Mehraufwendungen genannt.


Wie Bürgermeister Uwe Täschner, der die Ausschusssitzung leitete, erklärte, sollen bis ins Jahre 2011 insgesamt 38 Stellen bereichsübergreifend abgebaut werden – das sind mehr als zehn Prozent aller insgesamt zur Verfügung stehenden Stellen. Davon entfallen sechs belegte Stellen auf das Orchester, wobei den Musikern weitere Einbußen durch Arbeitszeitverkürzungen zugemutet werden. In den künstlerischen Bereichen sollen 21 Stellen gestrichen werden, wovon acht belegt sind. Auch wird es Einschnitte in den Kunst unterstützenden Bereichen geben, zu denen neben der Verwaltung unter anderem auch die Werkstätten und die Öffentlichkeitsarbeit angehören. Hier ist geplant, alle elf besetzten Stellen abzubauen. Unterm Strich sind somit 25 Theater-Mitarbeiter von dieser Restrukturierungsmaßnahme betroffen.


Doch Uwe Täschner versichert: „Viele der Stellen werden sozial verträglich abgebaut, zum Beispiel durch Renten-, Ruhestand- und Altersregelungen.“ Der Einspareffekt dieser Stellenstreichungen soll in etwa 1,8 Millionen Euro jährlich betragen, wobei einmalige Abfindungen in maximaler Höhe von rund 825 000 Euro anfallen. Weitere 1,2 Millionen Euro pro Jahr sollen durch einen Neuabschluss der Haustarifverträge nach dem 31.07.2011 eingespart werden, hieß es im Ausschuss am Montag.


Täschner sprach von einem „Einschnitt“, der die „Finanzierung des Theaters sichern soll“. Generalintendant Roland May, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, sagte: „Trotz dieses Stellenabbaus wird es weiterhin möglich sein, hochkarätiges Theater auf die Beine zu stellen.“ Und weiter: „Es kann nicht sein, dass in Krisenzeiten nur Banken gerettet werden und das Theater an einen langsamen Tod stirbt.“


Auch SPD-Stadtrat Andy Darby äußerte sich kritisch über die Zukunft des Theaters: „Kann sich Plauen ein Theater noch leisten?“ „Weder das Theater, noch die Musikschule oder das Museum haben eine Zukunftsgarantie“, gab Täschner zu. CDU-Stadtrat Wolfgang Schmidt sprach von einer „verschobenen Hinrichtung“, während Dr. Lutz Kowalzick die fehlende Zukunftsfähigkeit des Maßnahmenkataloges kritisierte. Lediglich Kai Malditz, berufener Bürger der FDP, sprach sich – wie in den beiden vorhergehenden Konzepten der Verwaltungsvorlage dargelegt – für eine Spartenschließung aus, die von Roland May jedoch ausgeschlossen worden ist.


Über das dritte Konzept der Vorlage entschied der Kulturausschuss mit sechs Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme. Nun ist am 16. September der Plauener Stadtrat gefragt. Doch den gewählten Vertretern wird wohl keine andere Entscheidung übrig bleiben, da eine Alternativlösung nicht in Sicht ist. EH

 

2009-09-02




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