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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Fagottist bangt um Familie in Japan

150311 FagottistReichenbach – In diesen Tagen gilt die ganze Aufmerksamkeit Takashi Hagiwara seinen Landsleuten in Japan. Seit 1990 spielt er in der Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach das Fagott – geboren wurde er in Tokio.

 

Erleichtert erzählt Takashi Hagiwara allen Freunden, Bekannten und Kollegen, die ihn danach befragen, dass es seiner Familie in Yokohama gut gehe. „Es ist in Yokohama nichts Schlimmeres passiert, außer, dass das normale Leben aus den Fugen ist, dass der Strom zu manchen Zeiten abgesperrt wird, die Schule ausfällt, und das Leben zurzeit dort schwieriger ist und die Leute Angst haben.“ Familie, das sind für Takashi Hagiwara sein Bruder, dessen Frau und die beiden Kinder.

 

Als am Freitag die Beben auch Japans Hauptstadt Tokio und das etwas 30 Kilometer entfernte Yokohama erreichten, befand sich Hagiwaras Bruder gerade auf dem Nachhauseweg von der Theatervorstellung. Kiyoshi Hagiwara ist nämlich am Theater in Tokio Kabuki-Darsteller und tritt unter dem Künstlernamen „Matanosuke Nakamura“ auf. Bei Kabuki handelt es sich um jenes traditionelle Theater, bestehend aus Gesang, Pantomime und Tanz, gegründet im Jahr 1603. Typisch für Kabuki sind die weiß geschminkten Gesichter der Darsteller.

 

„Trotz der Beben kommen die Menschen ins Theater, wenn auch das Publikum etwas kleiner ist“, sagt sein Bruder aus Reichenbach. Allerdings ist der Weg in die Hauptstadt beschwerlich. Seit den Beben fahren Züge und U-Bahnen unregelmäßig. „Mein Bruder ist deshalb am Montag mit dem Fahrrad zur Vorstellung gefahren“, berichtet Takashi Hagiwara. Seit der Katastrophe in Japan telefoniert und mailt Takashi Hagiwara fast täglich mit seinem Bruder.


Genaue Angaben zu den wahren Schäden in Yokohama konnte Hagiwara noch nicht machen. Gesprochen wird, dass zwei, drei Menschen infolge des Bebens ums Leben kamen, auch sei ein Bowlingcenter zerstört worden. Glück im Unglück für Hagiwaras Familie: Sie leben rund 400 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Trotzdem verfolgt Hagiwara die Meldungen der Medien, wonach die Menschen auch in Tokio und Yokohama unter ständigen Nachbeben zu leiden haben. Im Sommer will Takashi Hagiwara wie in jedem Jahr seinen Bruder besuchen. „Tickets für den Flug habe ich aber noch nicht gebucht“.

 

Seit 1983 ist er fern seinem Heimatland – in jenem Jahr zog es ihn zum Musikstudium nach Deutschland. Dort hat der heute 50-Jährige auch seine zweite Heimat gefunden. „Viele Kollegen haben mich am Wochenende angerufen, mich angesprochen auf die Katastrophe in Japan. Über diese Anteilnahme habe ich mich total gefreut.“ cze

 

2011-03-16




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