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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Bernd Hieke: Ein Künstler mit Meise
Elsterberg – Bernd Hieke ist ein „tierischer“ Maler, er ist auf den „Hund gekommen“, bienenfleißig und eine Meise hat er auch – wenigstens zeitweise. Einige wenige Arbeiten des Malers und Grafikers aus Elsterberg sind bis 31. März im Seniorenheim Gippe zu sehen: Steindruck, Kupferstich, Radierung.
Und genau am 31. März, 19 Uhr, eröffnet im Plauener Malzhaus auch eine Werkschau des Kunstvereins, an der Hieke beteiligt ist. Er wird Landschaften zeigen, Porträts – und (vor allem gefiederte) Tiere. Mit der Natur fühlt sich der Künstler vom Jahrgang 1944 seit Kindheitstagen besonders verbunden. Er war leidenschaftlicher Falkner und hat Bienen gezüchtet, er besitzt einen Hund, hat Erfahrungen mit Mäusen, Marder und Fuchs. Und Hieke kümmert sich als Ornithologe um den Schutz der heimischen Vögel: In seinem Haus brüten zum Beispiel regelmäßig Mauersegler.
Ein Erlebnis mit einem Vogel ist dem Künstler besonders in Erinnerung geblieben: Im Frühling 2007 brütete eine Schwanzmeise in seinem Garten – und Hieke konnte alles aus nächster Nähe beobachten, weil die Schwanzmeisen keine Angst haben. „Schwanzmeisen bauen die schönsten Nester unserer heimischen Vogelwelt: Aus Moos entstehen geschlossene Kugeln, die von Spinnenfäden zusammengehalten werden und in der Form an eine Kokusnuss erinnern. Durch das Einflugloch von etwa zwei Zentimeter Durchmesser fliegen die Meisen ein und aus und füttern ihre Jungen.“
Leider sei das Naturerlebnis im Mai 2007 abrupt beendet worden, kurz bevor die Jungen flügge wurden. „Ein Marder oder eine Katze holte das Nest in der Nacht herunter. Alles lag zerschlagen auf der Erde. In der Natur ist das normal – aber es hat mich trotzdem berührt“, erinnert sich Hieke. Beim Aufräumen der Reste hörte er ein schwaches Piepsen: Ein Jungvogel lag am Rande, war stark unterkühlt und hatte kaum Überlebenschancen.
„Ich brachte das Tierchen sofort ins Haus, wärmte es unter einer Glühlampe und habe es aufgepäppelt“, berichtet Hieke. Der Vogel bekam einen Platz mit Wollstrumpf-Nest in der Steindruck-Werkstatt – und durch einen Wanddurchschlupf beliebigen Ausgang in die Natur. „Tagsüber fand er Kontakt zu Artgenossen – die Vögel sind ja sozial lebende Wesen. Und trotzdem kam die Schwanzmeise fast ein Jahr lang abends immer freiwillig in mein Atelier zurück. Sie mochte es auch, am Kopf gestreichelt zu werden – ein bisschen wie wir Menschen“, sagt Hieke, dem noch heute die Freude anzumerken ist, die er empfand, wenn er im Garten oder auf Waldspaziergängen pfiff und seine Meise angeflogen kam, um sich kurz auf seine Hand zu setzen.
Hieke hatte als Kind seine erste Begegnung mit Schwanzmeisen gehabt: Ende der 1950er Jahre entdeckte er ein Nest in der Nähe seines Elternhauses in Elsterberg. „Das Nest war die Sensation: Ornithologen aus der ganzen Region kamen zum Schauen. Seitdem habe ich nie wieder ein Nest gesehen – bis 2007.“ ufa
2010-03-07
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