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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Baustart für neue Achterbahn im Freizeitpark Plohn
Plohn – Der Freizeitpark Plohn ist das Zugpferd des vogtländischen Tourismus. Damit das auch so bleibt, wird weiter investiert. Im kommenden Jahr wird ein komplett neuer Themenbereich eingeweiht.
Im vogtländischen Freizeitpark Plohn wird weiter kräftig in die Zukunft investiert. Zur neuen Saison im kommenden Jahr bekommt das Parkmaskottchen Plohni sein eigenes Dorf. Ein komplett neuer Themenbereich entsteht für mehr als 1,5 Millionen Euro. Die ersten Bauarbeiten dafür laufen bereits. Wenn das Wetter es zulässt, soll den ganzen Winter durchgebaut werden, sagt Parkleiter Lutz Müller dem Vogtland-Anzeiger.
Trotz einstelligen Temperaturen ist der Park auch in den Herbstferien gut besucht. Mit der gesamten Saison ist Müller durchaus zufrieden. Auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt habe. „Es ist eine noch zufrieden stellende Saison.“ An die Besucherzahlen im Jahr 2009 komme man aber nicht ran, heißt es. Durch die Eröffnung der Holzachterbahn „El Toro“ konnte im letzten Jahr die beste Saison seit Bestehen gefeiert werden.
Der „Wilde Stier“ hat für Aufsehen in der Achterbahnszene gesorgt. Sogar ein Achterbahnclub aus den USA war kürzlich im Park. In einer Reportage auf Kabel 1 erreichte die Achterbahn in einem Test vor einigen Tagen Platz zwei und behauptete sich gegen Bahnen aus großen Parks. „Da sind wird ziemlich stolz drauf.“
Jedes Jahr sollen neue Attraktionen die Besucher anlocken. Stehenbleiben ist im Freizeitparkgeschäft tödlich. Auch in Plohn vergeht keine Saison in der sich die Fans nicht auch auf Neuerungen oder zusätzliche Fahrgeschäfte freuen können. „Wir haben es bisher immer geschafft, jedes Jahr neue Attraktionen anzubieten.“ In diesem Jahr kam das „Crazy House“ dazu. Ein überdimensionales Holzkletterhaus für Kinder.
Bunte Meereswelt entsteht
Noch hütet Müller die genauen Details des großen Plohni-Dorfes wie einen Schatz. Der neue „relativ große Themenbereich“ wird sich gegenüber „El Toro“ befinden und insgesamt eine Größe von zwei Hektar haben. Stück für Stück soll das Dorf wachsen. Hauptattraktion wird eine neue Achterbahn sein (wir berichteten). Zu Ostern 2011 soll die thematisierte Bahn ihre ersten Runden drehen. Wie lang die Strecke und die Fahrt sein wird, will Müller mit einem Grinsen im Gesicht noch nicht verraten, um die Spannung zu wahren, wie er sagt. Auch die Frage zum Hersteller ist schnell beantwortet: „Das verrate ich nicht.“ Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es sich aber vermutlich um einen Force Coaster vom Fahrgeschäftunternehmen Zierer handeln.
Laut Müller wird es eine Achterbahn für die ganze Familie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometer. Aufgegriffen wird dabei das Thema Wasser. Eine phantasievolle und bunte Meereswelt soll entstehen. Die Achterbahn wird dabei komplett auf einem See stehen, der künstlich angelegt wird. Ein besonderer Hingucker wird der Zug der Bahn sein. Ganz vorn wird Plohni den Zug anführen. Die einzelnen Sitze werden wie Muscheln aussehen, lässt Müller durchblicken. Die Achterbahn soll eine blaue Konstruktion und orange Schienen erhalten. Ob es wieder einen Namenswettbewerb, wie bei „El Toro“ geben wird, ist noch nicht bekannt.
Der weitere Bau einer Achterbahn sei nicht die Antwort auf Belantis, meint Müller, der die Frage scheinbar gar nicht mehr hören kann. „Die Planungen waren schon im Jahr 2008 für den Themenbereich.“ Im Freizeitpark Belantis bei Leipzig eröffnete dieses Jahr eine Mega-Achterbahn. Beide Parks haben unterschiedliche Ausrichtungen. Zielt Belantis eher auf die junge Zielgruppe ab, will Plohn eher die ganze Familie ansprechen.
Neues Nostalgie-Karussell
Die Familienachterbahn wird nicht die einzige neue Attraktion im Plohni-Dorf sein. Derzeit wird ein Nostalgie-Karussell hinter den Kulissen des Parks restauriert. Es stand zuvor im Heidepark Soltau. „Es wird sehr gut dazu passen.“ Die Mitte des neuen Themenbereiches wird eine große Mühle prägen, sagt Müller. Auch einen Gastronomiebereich wird es geben. Die Achterbahn und das Karussell seien nur der „erste Schritt“ im Plohni-Dorf. Hier können sich die Besucher also in den kommenden Jahren noch auf einige Neuerungen freuen. Der neue Themenbereich wird eine „moderate“ Preisanhebung mit sich bringen, kündigt der Parkchef an.
Auch vor den Toren des Parks wird sich im kommenden Jahr etwas tun. An der Kreuzung zu Plohn soll ein Kreisverkehr gebaut werden, um den Verkehrsfluss an stark besuchten Tagen deutlich zu verbessern. In diesem Jahr gab es Tage, da staute sich der Verkehr bis weit durchs Gewerbegebiet. Die Genehmigungen für den Kreisverkehr seien bereits erteilt, heißt es. In der Mitte des Kegels wird dann künftig Plohni bereits die Besucher begrüßen und den Weg zum Park zeigen.
Von Martin Reißmann
2010-10-15
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