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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Wisentabahn: Tourismuskonzept gefordert
Mühltroff/Schleiz – „Wir brauchen die Bahnstrecke von Schönberg über Mühltroff nach Schleiz“ – da sind sich alle einig: Sachsen und Thüringer, Kommunalpolitiker und alle Parteien, Leute aus Rathäusern, Verwaltungen und Ämtern, Eisenbahnfans, Bahnkunden und -betreiber, Fremdenverkehrsfachleute und Hoteliers.
20 von ihnen haben am Mittwoch auf Einladung des Fördervereins „Wisentatalbahn“ in Schleiz beraten, wie der siechen Strecke neues Leben eingehaucht werden kann: Seit Ende 2006 gibt es keinen Linienverkehr mehr, vor einem Jahr fuhr der bisher letzte Sonderzug. Ein Patentrezept wurde nicht gefunden. Deutlich wurde jedoch, dass es ein grenzüberschreitendes Tourismuskonzept geben müsste für Sächsisches und Thüringer Vogtland – von Plauen bis Ziegenrück, vom Vogtlandmeer (Talsperre Pöhl) über Vogtländisches Mühlenviertel und Talsperre Zeulenroda bis zum Thüringer Meer der Saale-Stauseen Hohenwarte und Bleiloch.
Auf der 16 Kilometer langen Bahnstrecke fahren derzeit keine Züge: Dürfen nicht fahren, sagt Gerhard Curth, Geschäftsführer des Streckenpächters, der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH. Er kündigte an, dass bis Mitte Dezember die bautechnischen Mängel behoben seien. Curth machte Hoffnung, dass es sechs Anfragen von (Wirtschafts)Unternehmen gebe, um die Strecke (gelegentlich) zu nutzen. Doch um dauerhaft wirtschaftlich zu sein, braucht es nach seinen Worten täglich fünf Zugpaare.
Aber keiner weiß, wo die herkommen sollen. Die etwa drei Dutzend Mühltroffer Schüler, die in Schleiz zur Schule gehen, und die paar anderen Fahrgäste werden vermutlich nicht reichen – deshalb ist ja Ende 2006 der Linienverkehr auf Bus umgestellt worden, der dreimal billiger ist, wie Fachleute sagen.
Aber die Bahnstrecke sei ein Alleinstellungsmerkmal – vor allem für Touristen, verweisen die Fachleute. Deshalb schlug es wie eine Bombe ein, als die Schleizer Bürgermeisterin in einem Zeitungsbericht vorgeschlagen hatte, die Strecke zum Radweg zu machen. Ein Vertreter aus Schleiz relativierte die Worte seiner Chefin: Man wolle die Bahnstrecke, aber ein Radweg – sei im Fall der Fälle – besser als eine Schließung.
Radwege fanden in der Runde gestern viele Fürsprecher – aber die Bahnstrecke zwischen Schönberg und Schleiz brauche man dazu nicht. Dafür könne man die Alte Schleizer Straße nutzen, sagte Hotelier Steffen Frank aus Mühltroff und wünschte sich einen Weg, wie andere auch, Eisenbahn und Radwege zu integrieren.
Überhaupt Mühltroff: Die Wisenta-Stadt war gestern stark in der 20-köpfigen Runde vertreten: Alt-Bürgermeister Ulrich Weiß und FDP-Chef Hans-Joachim Graap, Vize-Bürgermeister Torsten Zimmermann, SPD-Vorsitzender Steffen Rauchfuß und Karl Hermann Schorn, der 2. Vorsitzende des Fördervereins „Wisentatalbahn“. Die Versammelten versprachen einander, nicht locker zu lassen im Kampf für die Bahnstrecke und vereinbarten ein nächstes Treffen. ufa
2009-09-24
Kommentar zu Wisentabahn: Tourismuskonzept gefordert?
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