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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Mit Wohlklang Krise den Marsch geblasen
Markneukirchen – Ein „schwergewichtiger“ Preis geht an ein schwergewichtiges Instrument. Die F-Tuba „JBL Classics“ aus der Serienproduktion der JA Musik Markneukirchen, erhielt zur Frankfurter Musikmesse am Donnerstag den Deutschen Musikinstrumentenpreis.
Der vom Bundeswirtschaftsministerium bereits zum 19. Mal ausgelobte Preis wurde dabei immerhin schon zum neunten Mal ins Vogtland vergeben.
Diesen freudigen Umstand nutzte Vogtlands Landrat Dr. Tassilo Lenk gestern zu einem Unternehmensbesuch gemeinsam mit Wirtschaftsförderin Marion Päßler. Gleich im Foyer des Markneukirchner Unternehmens überreichte Lenk den beiden Geschäftsführern Jakob Freiherr von Wolff und Eberhard Schopferer eine Anerkennungsurkunde, Blumen und erkundigte sich, wie die Musikinstrumentenbranche die derzeitige Krise meistere.
Die Geschäftsführer hatten gute Nachrichten. Von den derzeit rund 200 Beschäftigen, darunter 17 Auszubildende, sei von Kurzarbeit keine Rede. Die Auftragslage sei stabil. Die Kunden halten dem weltweiten Marktführer bei der Tuba-Produktion nicht nur in diesem Segment die Treue.
Der Erfolg komme nicht von ungefähr und sei hart erarbeitete Firmenphilosophie. Als glücklichen Umstand führte Schopferer an, dass man auf alle einzelnen Bauteil Einfluss nehmen und so auf die jeweilige Marktsituation flexibel reagieren könne. So produziere man nicht für die Lager, sondern auf Kundenwunsch hin. Auch mache sich die enge Zusammenarbeit mit den Kunden bezahlt. So stand zum Beispiel bei der F-Tuba der namhafte dänische Tubasolist Jens Bjørn-Larsen Pate. Er arbeitet als Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. In Markneukirchen hielt er Meisterkurse und wird auch am 19. bis 23. Oktober wieder in der Musikstadt weilen, um 15 Tubisten aus aller Welt bei einem neuen Meisterkurs zur Seite zu stehen. Am 24. Oktober ist dann im Kurhaus von Bad Elster ein Festakt geplant, zu dem auch Professor Jens Bjørn-Larsen anwesend sein wird. Die preiswürdige F-Tuba steht dann nochmals im Rampenlicht.
Seit 1991 wird alljährlich für zwei Instrumentenkategorien der Deutsche Musikinstrumentenpreis vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verliehen – es ist einer der wenigen noch bestehenden echten Staatspreise der Bundesrepublik. Musikinstrumentenbauer aus ganz Deutschland können ihre Instrumente in den Wettbewerb einreichen. Aus dem harten, dreistufigen Auswahlverfahren, das das Institut für Musikinstrumentenbau Zwota leitet, ging aus sechs eingereichten F-Tuben mit Zylinderventilen das B&S Modell JBL Classik der JA Musik Markneukirchen als Sieger hervor.
„Fünf Profimusiker bewerten die Instrumente beim Spielen, ohne dabei die Marken zu kennen, quasi im Dunklen“, erklärte gestern Geschäftsführer Eberhard Schopferer. Beurteilt wurde auch die handwerkliche Verarbeitung und das Preis- Leistungsverhältnis. „Alles war stimmig bei unserem Instrument“, freuten sich die Geschäftsführer der JA Musik und setzen weiterhin auf Stabilität dieser emotionalen Branche.
2010 ist der Musikinstrumentenpreis in den Kategorien Trompete und Fagott ausgeschrieben. Marlies Dähn
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